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Das Buch umfaßt Seminararbeiten, die an einer Pädagogischen Hochschule neben sechs weiteren Projekten in einem zehn Jahre umfassenden Forschungsprogramm speziell der Psychologie und Soziologie der Gegenwartsjugend gewidmet waren. Die Untersuchungen wurden an etwa 1000 Jugendlichen beiderlei Geschlechts im Alter von 12-16 Jahren aus der oberbayerischen Stadt- und Landjugend vorgenommen. Die Untersuchungsberichte sind von unterschiedlicher Qualität und reichen von sorgfältigen statistischen Signifikanzberechnungen eines vielseitig gegliederten Zahlenmaterials bis zu einfachen Aufzählungen und Schilderungen von Aufsatzinhalten.
Familie wie auch Schule werden als beständige Einrichtungen des Daseins von der überwiegenden Mehrzahl der Jugend bejaht; doch geht der Trend zu einem mehr kameradschaftlichen Vertrauensverhältnis zu den Eltern. Dabei werden von 40% der Pubertierenden Spannungen zu den Eltern durchaus altersentsprechend angegeben. Obwohl Vater und Mutter als Leitbilder ihrer Kinder noch an erster Stelle stehen — der Vater bei 31% der Jungen, die Mutter bei 22% der Mädchen von 13- bis 14jährigen Volksschülern —, spielt das Vorbild allgemein keine große Rolle mehr. Von den Entlaßschülerinnen der Volksschule entschieden sich 65% für die drei Berufe der Verkäuferin, Büroangestellten und Friseuse, wobei ein Drittel der Mädchen im Beruf ihr Lebensziel sehen wollten. Rückfragen bei 15-jährigen Berufsschülern und -Schülerinnen ergaben schon sehr realistische Vorstellungen vom späteren Arbeits- und Familienleben.
Die Frage nach dem Könnenserlebnis („Was ich alles kann“ — „Was ich alles können möchte“ — „Was ich könnte, aber nicht tue“) ergibt einige tiefenpsychologische Hinweise; diese entziehen sich aber bei der Divergenz der Aussagen einer statistischen Auswertung. Das gilt um so mehr von der Frage nach dem Gewissenserlebnis, dessen Bedeutung für die Identitätsbildung des Jugendlichen, besonders bei der Bewältigung seiner Triebproblematik, aus den veröffentlichten freien