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Während der letzten 15 Jahre untersuchte eine Gruppe psychologisch geschulter Internisten die psychische Gesamtsituation, in der körperliche Erkrankungen eindeutig zum Ausbruch kommen. Die Gruppe konnte beobachten, daß dem Ausbruch einer Erkrankung sehr häufig bedeutsame Lebensereignisse vorausgehen, die mit dem Gefühl eines Verlustes beantwortet werden, für welches keine Lösung gefunden wird.
Im Jahre 1954 erbrachte Greene den Nachweis, daß Symptome der Leukämie und des Lymphadenoms auftreten, „während der Patient sich an mannigfache Belastungen anpassen muß“. Bei der Mehrzahl der untersuchten Patienten „schlossen diese Belastungen eine Trennung von einer wichtigen Person ein …“. Im Jahre 1955 berichtete Engel, daß der Beginn und die Rezidive einer ulcerativen Colitis auftreten „in Situationen, welche für den Patienten einen wirklichen, einen drohenden oder einen phantasierten Abbruch einer wichtigen Beziehung darstellen; die Krankheit entwickelt sich jedoch nur, wenn als korrespondierende Stimmung Hilflosigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit etc. vorhanden ist“. Auf Grund dieser Beobachtungen wurde die Hypothese formuliert, daß solche Befunde von allgemeiner Bedeutung für den Ausbruch von Krankheiten sein könnten. Es wurde eine Untersuchung von Patienten eingeleitet, die im Hinblick auf die Diagnose unausgewählt waren. Bei dieser Untersuchung von 42 hospitalisierten Patienten mit körperlichen Erkrankungen wurde beobachtet, daß das Erlebnis eines Verlustes und die darauf folgende Reaktion von Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit dem Ausbruch der Krankheit bei den verschiedensten Krankheitsprozessen, von denen diese Patienten befallen waren, voranging (A. H. Schmale, ). Andere Untersucher erhoben ähnliche Befunde, so daß die Annahme gut gestützt ist, daß diese Phänomene für das Auftreten somatischer Dysfunktionen grundsätzlich von Bedeutung sind.
Das theoretische Modell, das entwickelt wurde, um diese Befunde zu erfassen, gründet auf den folgenden Voraussetzungen.