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Die vorliegende Arbeit entspricht dem — heute weitverbreiteten — Bedürfnis nach Verifizierung des aus Analysen von Erwachsenen gewonnenen Materials durch detaillierte Beobachtung des Verhaltens von Kleinkindern. Sie gilt der weiteren
Erforschung des vieldiskutierten traumatischen Erlebnisses, der Trennung von Mutter und Kind in der frühen Kindheit; sie umfaßt die Zeit unmittelbar vor dem Trauma, die gesamte Periode der Trennung, und schließt eine längere Nachuntersuchung ein. Als theoretische Grundlage für die Untersuchungsanordnung dienen folgende analytische Erkenntnisse: Die Bedeutung einer gleichbleibenden Person als erstes Liebesobjekt, die notwendige Kenntnis der zum Zeitpunkt der Trennung erreichten Entwicklungsstufe des Kindes und die bedeutende Rolle, die einmal eingesetzte Abwehrmechanismen für die spätere Entwicklung spielen. Diese „Arbeitshypothesen“ werden jedoch für die Datengewinnung während der Untersuchung weitgehend zurückgestellt und erst im letzten Abschnitt des Buches für die analytische Interpretation des gewonnenen Materials wieder aufgegriffen.
John Bowlby schreibt in einem Vorwort, der Bericht biete „die bisher systematischsten und verläßlichsten Daten darüber, wie Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr reagieren, wenn sie von den Eltern getrennt und für kurze Zeit in ein Kinderheim gebracht werden“. Er distanziert sich hingegen von der, wie mir scheint, durchaus einsichtigen und fundierten Interpretation, die mehr die dynamischen als die biologischen Aspekte berücksichtigt.
Die Untersuchungsmethode, 1953 von Ch. M. Heinicke in einer „pilot-study“ erprobt, wird hier von den Verfassern, die gemeinsam mit Frau E. Wolpert gleichzeitig auch die Beobachter sind, weiter ausgearbeitet. Sie dehnen ihren Aufgabenbereich zunächst sehr weit aus, trennen dann aber durchgehend und sehr sorgfältig die beobachteten Gemeinsamkeiten im Verhalten der Kinder von den auffälligen individuellen Verschiedenheiten, so daß auch Eltern, Heimerzieher, Krankenschwest