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Die Geburtstagsfeier für René Spitz gibt mir die willkommene Gelegenheit, eine Diskussion aufzunehmen, die zwischen mir und dem Autor des „Ersten Lebensjahres“1 seit langem fällig ist. Tatsächlich gibt es kaum einen Abschnitt in seinen oder meinen Veröffentlichungen, der sich nicht zum Ausgangspunkt eines Gedankenaustausches zwischen uns eignen würde. Aus der Fülle dieser Möglichkeiten wähle ich im folgenden nur einige unserer Übereinstimmungen, unserer Meinungsverschiedenheiten, unserer Annäherungen aneinander und Anregungen füreinander.
René Spitz und ich teilen vor allem die theoretischen Grundgedanken, auf die seine und meine Arbeit aufgebaut sind. Diese Übereinstimmung erstreckt sich auf mehr als auf die Tatsache, daß wir beide Psychoanalytiker sind; ich denke vor allem an unsere wissenschaftliche Position innerhalb der analytischen Theorie. Wir haben beide eine tiefe Überzeugung von der grundlegenden Bedeutung des Lust-Unlust-Prinzips als regulierendem Faktor im Leben des Kleinkindes. Wir vertreten auch beide die Meinung, daß es unbefriedigend ist, irgendeine Verhaltensweise des Kindes, ein Detail seiner Entwicklung, seines Erlebens usw. einseitig zu beschreiben, d. h. entweder vom Gesichtspunkt der Triebentwicklung oder dem der Ich-Entwicklung oder dem der Objektbeziehung her. Wir beide halten die Zusammenfassung dieser Aspekte im metapsychologischen Denken für unerläßlich, also die Beleuchtung der Vorgänge auf Grund ihrer Genese, Dynamik, Ökonomie, der Bedeutung für die Anpassung an die Außenwelt usw.
Unsere Arbeitsgebiete grenzen eng aneinander, wenn wir auch auf verschiedenen Wegen zu ihnen gekommen sind. René Spitz war vom Anfang seiner Untersuchungen an auf die Vorgänge am Beginn des Lebens eingestellt, lange bevor sein kürzlich erschienenes Buch diese Datierung ausdrücklich in den Titel aufnahm. Wenn wir als Leser seinen Gedankengängen folgen, spüren wir, daß seine Beteiligung dort am größten ist, wo das unreife Lebewese