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Zwei entscheidende Fortschritte fanden in der Psychoanalyse Anfang der zwanziger Jahre statt: der Übergang von einer topischen Orientierung, der Schichtenbildung der psychischen Organisation, zu einem strukturellen Konzept (also zu den Anfängen der Ich-Psychologie) sowie das größere Verständnis der prä-ödipalen Erfahrungen des Kindes und deren ätiologischer Bedeutung. Diese Fortschritte fielen zusammen mit dem verstärkten Interesse am psychoanalytischen Studium des Kindes und seiner Behandlung. Die verschiedenen Gebiete der Psychoanalyse und ihre Anwendung haben sich gegenseitig ständig beeinflußt, und ihre Hypothesen bewirkten eine progressive Integration.
Ich-Psychologie hieß von Anfang an: Erweiterung des Gesichtskreises. Die Kinderanalyse hat schon früh zu den theoretischen und technischen Problemen der Psychoanalyse ihre Beiträge geliefert. Für die strukturelle Auffassung bestand in erster Linie der Gewinn darin, daß die Kenntnisse der Abwehrmechanismen genauer systematisiert werden konnten. Das Kind im Latenzalter und in der Vorpubertät, das soeben die Ödipusphase überwunden hat, steht in der spezifischen Situation, auf deren Wichtigkeit Freud als typische Gefahrensituation hingewiesen hat. Diese Gefahrensituationen mobilisieren Abwehrmechanismen und verstärken sie.
Die Entwicklung der Kinderanalyse durch Anna Freud war die erste einschneidende Modifikation der Psychoanalyse. Später wurden technische Modifikationen bei der Behandlung von jugendlichen Delinquenten (Aichhorn), von Grenzfällen und Psychosen herausgearbeitet. Diese technischen Modifikationen erweiterten nicht nur den Bereich der Psychoanalyse, sondern im Wechselspiel und unter dem Einfluß der Ich-Psychologie machte auch die Technik der Neurosentherapie wesentliche Veränderungen durch. Diese Veränderungen sind de facto das sich ständig bildende Resultat einer Entwicklung, die langsam und stetig fortschreitet. Die Kontroversen, die in dieser Entwicklung entstehen, sind Mitursache der Unterschiede und