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Es ist eines der vielen Verdienste von René Spitz, unsere Aufmerksamkeit auf das gelenkt zu haben, was er psychogene Säuglingskrankheiten nannte. 1951 prägte er in einer Arbeit über dieses Thema den Terminus Somato-Psyche, um den Zustand in der Frühkindheit zu charakterisieren, wenn „das, was wir die Psyche nennen, noch vollständig mit dem Körperlichen verschmolzen ist“, und er betonte, daß „es schwierig ist, die frühesten Reaktionen des Kindes entweder dem somatischen oder dem psychischen Bereich zuzuordnen, da sie größtenteils auf eine Weise erfolgen, die sowohl für die Psyche wie für das Soma charakteristisch ist“. Er verwies auf die sukzessiven Entwicklungsschritte des Säuglings und Kleinkindes als Beweis der „fortschreitenden Abtrennung eines psychischen Apparates aus der Somato-Psyche“. Diese Auffassung von Spitz hat mir außerordentlich geholfen, meine jahrelangen Beobachtungen über die normale und abweichende Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern zu verstehen.
Ich habe für meine Darstellung den Fall des Kindes Johnny ausgewählt. Es gehörte zu einer Gruppe von Kindern, die ohne Familie in einem Heim aufgezogen wurden1. Das Milieu war, kurz geschildert, ein peinlich sauberes Kinderheim, von fleißigen, geduldigen Frauen geführt, die gewissenhaft für richtige Ernährung, ärztliche Aufsicht, Reinlichkeit und körperliche Wärme sorgten. Aber es war doch auch ein Zustand beträchtlicher Entbehrungen für die Kinder. Es gab nicht genug warme, zuwendende, persönliche, die Bedürfnisse des einzelnen Kindes berücksichtigende Pflege. Die Anzahl erwachsener Pflegepersonen im Verhältnis zu den Kindern war sehr ungünstig und das affektive Klima war vorwiegend bland.
Die Wirkung dieses Zustandes auf die Entwicklung der 75 Kinder sowie eine ausführliche Beschreibung ihrer Erlebnisse in bezug auf ihre Umwelt sind in dem Untersuchungsbericht enthalten, den Dr. Rose Lipton und ich im Jahre 1962 veröffentlichten.
Johnny, eines der untersuchten Kinder, wurde jedoch für die vorliegen