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Will man eine gründliche Kenntnis der Psychoanalyse erwerben, dann genügt es nicht, mit ihren Entdeckungen vertraut zu sein und ihre Technik zu beherrschen. Heutzutage wird in der Psychoanalyse häufig lediglich eine therapeutische Technik gesehen, die der Psychiater neben anderen Formen psychiatrischer Behandlung kennen und anwenden müsse. Eine solche Tendenz läßt die Tatsache unberücksichtigt, daß Psychoanalyse mehr bedeutet. Einsicht in die Entwicklung der psychoanalytischen Theorie ist unerläßlich; gerade hier aber liegt nach meiner Erfahrung oft unser schwacher Punkt.
Ich wähle also Freud als Theoretiker zum Gegenstand dieser Arbeit. Die Kenntnis seiner Denkweise, seiner Theoriebildung, bietet die geeignete Grundlage, von der aus wir die weitläufige psychoanalytische Literatur studieren und daran unsere eigenen Erfahrungen überprüfen können. In dieser Arbeit will ich
die wichtigsten Schritte in der Entwicklung des Begriffes „Metapsychoiogie“ in Freuds Schriften skizzieren,
einige Mißverständnisse im Gebrauch dieses Begriffes aufzeigen, die in der psychoanalytischen Literatur anzutreffen sind;
werde ich den Begriffswandel erörtern, der sich außerhalb von Freuds eigenen Werken an der Definition der Metapsychoiogie vollzogen hat;
ist auf einige Aspekte des Strukturbegriffes hinzuweisen, die gewöhnlich vernachlässigt werden. Da in der psychoanalytischen Theorie die Neigung besteht, den topographischen Gesichtspunkt durch den strukturellen zu ersetzen, müssen wir uns über die Entwicklung dieses Begriffs im klaren sein, wenn wir die Beziehung zwischen der Metapsychoiogie und der sogenannten strukturellen Theorie verstehen wollen.
Schließlich werde ich aufzeigen, vor welchem Hintergrund meines Erachtens Freuds Definition der Metapsychoiogie gesehen werden muß, wenn man ihre grundlegende Bedeutung für die psychoanalytische - Theorie und Technik erfassen will.
Versuchen wir Freuds Theoriebildung zu rekonstruieren, so sind unter seinen Schriften insbesondere die folgenden heranz