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Vorgetragen am XII. Internationalen Psychologischen Kongreß in Wiesbaden (September 1932)
Es war ein Irrtum, das allzu umfangreiche Thema der Exogeneität in der Charakter- und Neurosenformierung in einen Kongreßvortrag zwingen zu wollen.
Ich begnüge mich also mit einem kurzen Ausschnitt aus dem, was ich hierüber zu sagen hätte. Es ist vielleicht zweckmäßig, wenn ich Ihnen zunächst mitteile, wie ich zu der im Titel angedeuteten Problemstellung gekommen bin. In dem Vortrage, den ich am 75. Geburtstage Professor Freuds in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung gehalten habe, berichtete ich über eine Regression in der Technik, zum Teil auch in der Theorie der Neurosen, zu der mich gewisse Mißerfolge oder unvollständige Erfolge gezwungen haben; ich meine die neuerliche stärkere Betonung des traumatischen Momentes in der Pathogenese der Neurosen, die in letzterer Zeit unverdient vernachlässigt wurde. Die nicht genügend tiefe Erforschung des exogenen Momentes führt die Gefahr mit sich, daß man vorzeitig zu Erklärungen mittels Disposition und Konstitution greift. Die—ich möchte sagen—imposanten Erscheinungen, die fast halluzinatorischen Wiederholungen traumatischer Erlebnisse, die sich in meiner Praxis zu häufen begannen, berechtigten mich zur Hoffnung, daß durch solches Abreagieren große Quantitäten verdrängter Affekte sich Geltung im bewußten Gefühlsleben verschaffen und der Symptombildung, insbesondere da der Überbau der Affekte durch die analytische Arbeit genügend gelockert war, bald ein Ende bereiten werden. Diese Hoffnung hat sich leider nur sehr unvollkommen erfüllt und einige der Fälle brachten mich gar in große Verlegenheit. Die Wiederholung, zu der die Analyse die Patienten ermutigte, war zu gut gelungen. Allerdings war merkliche Besserung einzelner Symptome zu verzeichnen, aber statt dessen begannen diese Patienten an nächtlichen Angstzuständen, meistens sogar an schweren Alpträumen zu leiden, und die Analysenstunde entartete immer und immer wieder zu einem ang