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„Bisher muß im Bereich psychoanalytischer Forschung und Theoriebildung das Problem der Quantifizierung als völlig ungelöst betrachtet werden, es stellt jedoch für die Zukunft ein unerläßliches Desiderat dar“ (de Boor, 1965).
Kranke mit Asthma bronchiale weichen in bezug auf bestimmte quantitative Variablen in derselben Richtung signifikant von Kontrollgruppen ab wie psychoneurotische Patienten.
So ist z. B. nach Leigh und Pond (1956) der Prozentsatz von EEG-Störungen (sowohl als Summe wie auf einzelne Kategorien bezogen) bei Asthma-Kranken praktisch identisch mit demjenigen einer Kontrollgruppe aus hospitalisierten „Nicht-Psychotikern“ einer psychiatrischen Klinik.
Ferner erzielten Asthma-Stichproben in Fragebögen, welche den sogenannten Neurotizismus messen, wiederholt gegenüber Gesunden signifikant erhöhte Mittelwerte (Decker u. a., 1960; Leigh und Marley, 1956; Sainsbury, 1960).
Als der Erst-Autor 1963 (Gronemeyer u. a., 1963) diese Befunde als interbeobachter-übereinstimmende und valide Belege für die psychoanalytische Auffassung des Asthma bronchiale als Psychosomatose zitierte, wendeten Gronemeyer und Werner (1963) ein, daß es sich um krankheitsdependente Folgeerscheinungen handle, entsprechend der Schlußfolgerung, welche Hoffmann (1961) auf Grund seiner Untersuchungen mit Explorationen und qualitativen Psycho-Tests gezogen hatte. Andererseits schloß Sainsbury (1960) eine krankheitsdependente Neurotizismus-Erhöhung für organische Krankheiten (durch Mittelwertsvergleich einer kurzerkrankten gegenüber einer längererkrankten Stichprobe) aus, und extrapolierte diesen Befund auf Psychosomatosen.
Angesichts der Fragwürdigkeit dieser Extrapolierung und in Anbetracht der gegensätzlichen Schlüsse von Hoffmann (1961) und Sainsbury (1960) entwarfen wir zur Klärung der Frage krankheitsaependenter psychischer Veränderungen den folgenden Versuchsplan.
Männliche Patienten aus den drei Krankheitseinheiten Asthma bronchiale (A)