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In diesem schmalen Band behandelt Wolfgang Loch mit tiefem und weitausgreifendem Verständnis die Frage, was eigentlich in der psychoanalytischen Arbeit, im psychoanalytischen Prozeß vor sich geht. Worauf ist dieser Vorgang zwischen zwei Menschen, dem Patienten und dem psychoanalytischen Arzt, gegründet; wie kommt er zustande; was spielt sich in ihm ab; worauf zielt er; welche Grenzen sind ihm gesteckt? In sechs konzentrierten Kapiteln werden diese Fragen, an Hand eingehender Erörterungen über Widerstand, Übertragung, Gegenübertragung, psychoanalytisches Verstehen und Deuten besprochen. Im Verlauf dieser Überlegungen kommt es zu überaus aufschlußreichen Diskussionen über Verdrängung, Abwehr, Objekt-Beziehung, Identifikation, sowie über Empathie und Wahrnehmung des Fremdseelischen und über die Genese und Struktur psychologischen Verstehens und deren Beziehung zur Ich-Bildung. Diese Aufzählung erschöpft die behandelten oder wenigstens angeschlagenen Themen nicht, gibt aber vielleicht einen flüchtigen Eindruck von der Breite und Gründlichkeit der Orientierung, sowie von der Fachkenntnis und der Vertiefung in den Gegenstand, durch die diese Untersuchung ausgezeichnet ist.
Für mich als Analytiker, der in Deutschland aufgewachsen ist, aber seine psychoanalytische Ausbildung, wenn auch nicht sein Interesse an der Psychoanalyse, in den Vereinigten Staaten erworben hat und dessen Wirkungsfeld dort liegt, ist es eine Genugtuung zu sehen, daß es nun auch in Deutschland wieder möglich ist, Psychoanalyse zu treiben—nicht in einer verwässerten oder sonstwie aufgelösten Form, sondern als eine Wissenschaft und Behandlungskunst, die ihre eigene Konsequenz und Strenge, ihre eigene methodische Begründung und ihre eigenen Begriffe und Gesetze besitzt.
Zugleich scheint mir dies Buch auf der Einsicht und Überzeugung zu fußen—obgleich dies nicht ausdrücklich gesagt wird —, daß Psychoanalyse als Wissenschaft von der menschlichen Person nur im Vollzug der psychoanalytischen Methode, d. h. in d