You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Dieses Buch ist die erste Veröffentlichung der International Study Group on Mental Health, die sich im Anschluß an den III. Weltkongreß über Geisteskrankheiten, London 1948, konstituierte. Sie ist daher mehr programmatisch als inhaltlich abgefaßt. Zunächst wird über Zusammensetzung und Entstehung der International Study Group berichtet, dann folgt ein Arbeitsbericht, dessen wesentlichstes Ergebnis eine ausführliche Bibliographie mit sehr detaillierter Aufschlüsselung nach den verschiedensten Sachgebieten ist. Diese Bibliographie nimmt etwa ein Viertel des Umfangs des Buches ein; sie umfaßt nur Veröffentlichungen von 1948 an.
Schließlich hat die International Study Group an Hand der Literaturdurchsicht auch Stellung zu den wichtigsten methodischen Fragen genommen und versucht, Ratschläge für die künftige Forschungsarbeit zu geben. Implizit laufen diese Vorschläge darauf hinaus, die gesellschaftlichen Ursachen für geistige Krankheiten genauer zu ermitteln, z. B. den Aspekt des gesellschaftlichen Wandels als Erkrankungsursache gründlicher zu analysieren. Bei epidemiologischen Untersuchungen müsse vor allem eine genauere Bestimmung der Indikatoren des geistigen oder seelischen Zusammenbruchs in bezug auf die gegebene Sozialstruktur vorgenommen werden, der Prozeß der Falldiagnostizierung müsse besser geübt werden und die Faktoren, die bei gesellschaftlichem Wandel für bestimmte Personen verhängnisvoll werden, deutlicher herausgearbeitet werden (S. 39).
Entsprechend dem soziologischen Ansatz der Forschungsmethoden, die die Study Group propagiert, werden auch die Arbeitsgebiete der Mental Health Organisationen definiert: Sie sollen transkulturelle Vergleiche über die Bestimmung und Behandlung von Geisteskrankheiten durchführen und dabei auch nicht vor der Analyse sozial-pathologischer Erscheinungen wie Vorurteile (und damit zusammenhängende Diskriminierung und Aggression) und kriegerische Destruktion haltmachen (s. 51 ff.).
Für die praktische Arbeit wird dieses theoretisch we