You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Verfasser, Leiter des Instituts für Psychohygiene im Kindesalter, Zürich, legen das Ergebnis einer umfangreichen Untersuchung zur Frage der frühkindlichen Entwicklungsstörungen unter den Bedingungen des Heimmilieus vor, die 1958 bis 1961 in den 12 Säuglings- und Kleinkinderheimen des Kantons Zürich durchgeführt wurde. Einbezogen in diese Untersuchung wurden ca. 400 Kinder im Alter bis
zu 7 Jahren, von denen etwa ¾ zwischen 2 und 33 Monate alt waren—und zwar unter der Bedingung, daß sie nicht organisch krank und nicht vor Heimeintritt anderen Milieueinflüssen ausgesetzt waren. 66 individuelle Entwicklungsverläufe wurden im Rahmen einer Longitudinalstudie gesondert verfolgt. Entwicklungs- und Gesundheitszustand sämtlicher Kinder wurden bestimmt und die Resultate mit entsprechenden Daten verglichen, die aus Erhebungen des Kinderspitals Zürich über die Entwicklung vergleichbarer Familienkinder vorlagen. Die Auswertung zeigte, daß Heimkinder gegenüber Familienkindern auf allen Gebieten ihrer Entwicklung erheblich im Rückstand sind. Mit diesem Ergebnis bestätigen die Autoren die Befunde von Spitz, distanzieren sich allerdings bei der Interpretation von seinen theoretischen Vorstellungen.
Auf den verschiedenen Altersstufen weist die Entwicklung der Kinder spezifische Unterschiede zwischen den erfaßten Funktionsbereichen auf: Von der allgemeinen Retardierung ist besonders die lautlich-sprachliche Entwicklung betroffen, die ihren Tiefstand auf der Altersstufe zwischen 18 und 21 Monaten erreicht (mittlerer EQ = 53 gegenüber 117 der Familienkinder). Besonders auffallend ist der rapide Abstieg des Entwicklungsniveaus in den drei ersten Lebensmonaten.
Zur Ergänzung der Testergebnisse wurde Material herangezogen, das in direkten Beobachtungen an allen Kindern in den Gruppen während des ganzen Tageslaufes und in der Testsituation, ferner an ausgewählten Kindern in verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung gewonnen und zu einem Überblick über Häufigkeit und Intensität aller bei He