You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die modernen Arbeiten zum Thema „Kind und Krankenhaus“ haben auf die besondere psychische Belastung aufmerksam gemacht, die ein Krankenhausaufenthalt für Kinder darstellt (z. B. Trennungsangst, Angst vor Körperbeschädigung, Zwang zur Passivität). Während die Behandlung der physischen Nöte oft ausgezeichnet und auf dem Stand des erreichten Wissens ist, kommt die Befriedigung der emotionalen Bedürfnisse zu kurz, und dies um so mehr, je perfektionierter das System der medizinischen Leistungen ist, denn ein hochgradig arbeitsteiliges und spezialisiertes System ist ja auch ein höchst unpersönliches.
Aus dieser Überlegung heraus wurde im Cleveland Metropolitan General Hospital der Schluß gezogen: „Someone must defend the child against the system“ und daher auf der dortigen Kinderabteilung unter Leitung von E. N. Plank (sie lehrt Kinderpsychologie an der School of Medicine, Western Reserve University, und war ehemals in Wien Schülerin von Maria Montessori und von Anna Freud) das sogenannte „Child Life and Education Program“ durchgeführt, das zunächst als Experiment zwei Jahre lang lief, dann aber, weil es sich bewährt hatte, als Dauereinrichtung integriert wurde.
Kernpunkt dieses Programms ist die Eingliederung von „Child Care Workers“ in das klinische Team, die die Betreuung der Kinder beim Spielen, bei den Mahlzeiten und in der Krankenhausschule übernehmen, auch bei der Vorbereitung der Kinder auf medizinische Prozeduren und auf Operationen mitwirken, aber an der eigentlichen Krankenpflege nicht beteiligt sind. Hauptaufgabe der Child Care Workers ist es, auf die emotionale Situation der Kinder zu achten und ihnen dabei behilflich zu sein, ihre Krankenhauserlebnisse so zu verarbeiten, daß sie nicht traumatisch wirken. Angesichts der Vielzahl von Situationen und Umständen und der Verschiedenheit