You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Klinische Psychotherapie mit Jugendlichen stellt besondere Probleme, auf die weder die kinderpsychiatrische Institution noch die psychiatrische Klinik für Erwachsene abgestimmt sind. Beckett berichtet von den Erfahrungen mit einer klinischen Abteilung für rund 25 Jugendliche an einer psychiatrischen Klinik für
Erwachsene. Seine 12-18jährigen Patienten sind nicht nach Diagnosen zusammengestellt. Pubertätskrisen und Schizophrenien (in amerikanischer Begriffsfassung) gehören dazu. Es sind überwiegend männliche Jugendliche - die Geschlechter sind getrennt -, die Mehrzahl davon mit erheblichen sozialen Anpassungsstörungen, alle therapiebedürftig und ambulanter Behandlung nicht zugänglich. Indikationsstellung und technische Hinweise lassen ersehen, daß Psychotherapie in einem sehr weiten Sinne verstanden wird.
Das notwendige therapeutische Klima läßt sich auf einer offenen Spitalabteilung für Jugendliche nur verwirklichen, wenn deren Bedürfnis nach Führung und Grenzsetzung in einer für sie annehmbaren Weise befriedigt wird. Ein System äußerer Einschränkungen, basierend auf zahlreichen minutiös festgelegten Abmachungen (nicht Vorschriften!), soll schrittweise von Selbstkontrolle abgelöst werden; mit wachsender Selbstverantwortung des Patienten werden die Einschränkungen durch ein ebenfalls festumrissenes System von Privilegien ersetzt. Um der alterstypischen Neigung zum Agieren und um unerwünschten Gruppenphänomenen zu begegnen, sollen die täglichen Anpassungsschwierigkeiten mit dem individuellen Therapeuten besprochen werden, der auch bei der Anwendung von Sanktionen mitzureden hat. Anstelle von Strafe und Kritik tritt ein Codex reglementierter Vereinbarungen. Die Notwendigkeit eines umfassenden und raschen Informationsaustausches zwischen therapeutischem Stab (aus Ärzten bestehend) und anderem Fachpersonal sowie innerhalb der einzelnen Personalgruppen wird überzeugend belegt.
Ausgezeichnet ist der kurze Abriß über die Psychologie des Jugendalters. An plastischen Fallbeis