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Die meisten depressiven Patienten, die den Psychoanalytiker aufsuchen, haben keine der schweren Erkrankungsformen, die man diagnostisch als endogene Depression einordnet, sondern leiden eigentlich unter neurotischen Störungen. Da ferner die meisten neurotischen Patienten in gewissem Maße depressiv sind, ist man in der Praxis häufiger mit einer depressiven Komponente der Neurose als mit einem typischen depressiven Syndrom konfrontiert. Bei der Behandlung vieler depressiver Patienten werden daher die üblichen Methoden der Psychotherapie und Psychoanalyse angewandt, jedoch muß die Therapie, selbst wenn ein Patient nur in leichterem Maße depressiv ist, von der Voraussetzung ausgehen, daß jede Depression eine Störung des Ichs ist. Bibring (1953) definierte die Depression als eine Verfassung des Ichs, deren Hauptmerkmale Verminderung des Selbstbewußtseins, mehr oder weniger ausgeprägte Hilflosigkeit und Funktionshemmung und eine mehr oder weniger intensiv empfundene spezifische Stimmung sind. Diese Definition umfaßt nicht nur die endogene Depression, sondern auch alle leichteren Formen von neurotisch begründeten depressiven Zuständen. Die zahlreichen psychoanalytischen Beiträge zum Problem der Depression hat Mendelson (1960) in einer umfassenden Übersicht zusammengestellt. Die meisten beschäftigen sich mit der Theorie, und nur einige gehen auf die Behandlung ein. Die vorliegende Arbeit enthält Vorschläge zur Therapie des depressiven Syndroms und stellt die Erörterung anderer Aspekte dieser Neurosen in den Hintergrund. Das soll nicht heißen, der Verfasser sei der Meinung, die Therapie jedes neurotischen Patienten mit einer Depression sollte sich in erster Linie auf die depressive Symptomatik richten. Auch ist die Behandlung der Depression keineswegs einfach, obwohl ein komprimierter Beitrag wie dieser einen solchen Anschein erwecken könnte. Die hier gemachten Vorschläge müssen möglicherweise immer wieder bearbeitet, modifiziert und mit anderen therapeutischen Bemühungen au