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Bei der Beschäftigung mit dem psychotherapeutischen Erstinterview stoßen wir immer wieder auf zwei verschiedene Erfahrungsbereiche, deren Integration große Schwierigkeiten bereitet:
Der erste ist mit dem Begriff Interview im allgemeinen verbunden. Er umfaßt die Vorstellungen und Fragen, die sich zum Beispiel bei der Erörterung der ärztlichen Anamneseerhebung oder der soziologischen Befragung ergeben. Die Diskussion der mit ihr verbundenen Probleme ist hinreichend bekannt. Wir wollen in diesem Zusammenhang nur ein Charakteristikum des Problemkreises hervorheben. In der allgemeinen Interviewsituation wird ebenfalls ein Gespräch entwickelt und der gemeinsame Kontakt auf diese Ebene begrenzt. Das Gespräch selbst wird so gelenkt, daß aus ihm die notwendigen Informationen entnommen werden können, die mit der Zielsetzung verbunden sind. Im allgemeinen beziehen sich die Informationen auf objektive Tatbestände, d. h. die Situation muß so gehandhabt werden, daß diese nicht durch subjektive Momente in ihrer Aussagekraft vermindert oder entwertet werden. Ohne auf nähere Einzelheiten einzugehen, kann man festhalten, daß der Interviewer zwei Techniken beherrschen muß, die Befragung und die Beobachtung.
Der zweite Erfahrungsbereich, das situative Geschehen in der psychoanalytischen Begegnung, wird nach völlig anderen Vorstellungen inszeniert. Alle Verhaltensanweisungen, die der Analytiker beachten muß, stehen im Dienst der Erzeugung und Erhaltung eines prozeßhaften Geschehens, das vom Patienten her entwickelt wird und in das alle anderen Informationen integriert werden. Das subjektive Erleben soll zur vollen Entfaltung gelangen, aber auf die Gesprächsebene beschränkt bleiben.
Bei der Berücksichtigung dieser beiden Voraussetzungen sind wir gezwungen, im psychotherapeutischen Erstinterview Informationen aus zwei verschiedenen Quellen aufzunehmen. Die Situation soll uns den Zugang zu beiden ermöglichen. Damit befinden wir uns in einer Grenzsituation