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Mit der 1900 erschienenen Traumdeutung sprengte Freud den bisher gewahrten psychopathologischen Rahmen und legte den „Ansatz zu einer neuen und gründlichen Seelenkunde“. Doch im gleichen Jahr wurde hinsichtlich der Philosophie dieser eröffnete „Weg ins Weite“ durch Husserls „Logische Untersuchungen“ wesentlich verlegt. Seine Kritik am philosophischen Naturalismus mußte den denkbar ungünstigsten Boden für eine philosophische Rezeption dieses offensichtlich zweiten Psychologismus abgeben. Wenn sich nun heute im französischen Sprachraum ein Wandel in der philosophischen Freudrezeption abzeichnet, so ist das ein Verdienst Jacques Lacans. Das ist um so bemerkenswerter, als es gerade der phänomenologischen Tradition verpflichtete Philosophen sind, die das Gespräch mit der Psychoanalyse suchen. Es sei hier nur an die Arbeiten von de Waelhens, Vergote, Hyppolite und Merleau-Ponty erinnert. Gerade die Entwicklung des letzteren scheint paradigmatisch. 1943 warnt er vor der „Ideologie Freuds“; 1960 fordert er zur Aufnahme „auch der Worte und der theoretischen Begriffe Freuds“ auf. Nun — dazwischen datiert Lacans bereits 1953 formuliertes und inzwischen ausgearbeitetes Programm „des echten Verstehens der theoretischen Begriffe Freuds durch den Aufweis ihrer Gleichwertigkeit mit der Sprache der heutigen Anthropologie und selbst mit den letzten Problemen der Philosophie, worin die Psychoanalyse nur ihr Eigenstes wieder aufzunehmen habe … Es gilt zu zeigen, daß diese die psychoanalytische Technik begründenden Begriffe ihren vollen Sinn erst dadurch erhalten, daß sie sich in ein Sprachfeld einfügen und sich nach der Funktion der Rede ausrichten.“ Freuds fundamentale Erkenntnis, der Trieb trete in das psychische Leben nur vermittels der (Vorstellungs-)Repräsentanz ein, bildet den Ausgangspunkt für seine These: Nur weil etwas ursprünglich im und durch das Medium Sprache verknüpft worden war, vermag das analytische „Gespräch“ das so Verknotete zu entwirren. Im Lichte dieser Interpreta