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Diese fundierte Monographie trägt den Stempel der Heidelberger Psychosomatischen Klinik. Sie gibt eine gründliche Übersicht über die Literatur und stellt eine psychoanalytisch orientierte, auf eine ausreichende Zahl von Fällen gestützte Forschungsarbeit dar. Es wurden 133 Asthmatiker interviewt und 94 davon mittels Psychotherapie behandelt. Vier große Falldarstellungen geben Einblick in die breit angelegte Forschungs- und Behandlungsmethode. Im einen Fall sind es 580 Behandlungsstunden im Zeitraum von fünf Jahren; in einem anderen 450 Stunden innerhalb von zweieinhalb Jahren. Es wurden sowohl stationäre als auch ambulante Patienten untersucht und behandelt. Die von der Heidelberger Klinik für solche Studien, so z. B. auch die von Thomä über die Anorexia nervosa, erarbeitete Erfahrung ist fast einzigartig auf der Welt.
Im Mittelpunkt der Studie stehen psychische Faktoren in der Ätiologie und Auslösung allergischer Krankheiten, von welchen das Asthma bronchiale als spezielles Beispiel ausgewählt wurde. Ich möchte mich auf diese Seite beschränken, obwohl der Verfasser die körperlichen und sozialen Aspekte ebenso aufmerksam verfolgt hat. Ich hoffe, daß mein Kommentar nicht durch die sprachlichen Schwierigkeiten, die für einen englischen Rezensenten entstehen, behindert ist.
de Boor vertritt bezüglich der seelischen Ätiologie eine Spezifitätshypothese. Der Abschnitt über die Psychosomatik der Allergie beginnt mit einer Darstellung der besonderen Eigenschaften der Objektbeziehungen dieser Patienten, der spezifischen Triebkonstellationen und der Zusammenhänge zwischen der Allergie und den Fixierungen der Entwicklung in der analen und oralen Phase.
Die Objektbeziehungen der Allergiker sind nach de Boor vom Bedürfnis beherrscht, mit dem Objekt zu „verschmelzen“ (= primary identification?). de Boor stimmt Marty zu, daß „Gut und Böse keine Bedeutung haben; der Patient will um jeden Preis mit dem Objekt eins sein“; es wird jedoch auch das Bedürfnis zu dominieren hervorgehoben (S.