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Allein die Menschen sind nicht besser dran, Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.
Während das Nachlassen des Glaubens an Gott mit immer erneuter Aufmerksamkeit und Erregung behandelt wird, hat das Verblassen des Teufelsglaubens nicht das gleiche Interesse gefunden. Und doch war für fast zweitausend Jahre der Glaube an den Teufel ein absoluter, untrennbarer Bestandteil der Religion, und jeder, der an der Existenz des Teufels zweifelte, wurde als Atheist bezeichnet und angegriffen. Die Kirche hatte mit ihrer Auffassung gewiß nicht ganz unrecht, sie verstand die Gefahr, die in dieser Entwicklung lag. Schopenhauer kam (in den Parerga, Kap. XV) zu dem Ergebnis, daß der Teufel für das Christentum eine höchst notwendige Gestalt sei: „Denn man kann von einem Gebäude nicht einen Pfeiler wegziehen, ohne das Übrige zu gefährden.“
Vor fast hundert Jahren veröffentlichte ein Theologe eine zweibändige „Geschichte des Teufels“1. In diesem hervorragenden Werk, das eine Fülle psychologischen Materials zum Verständnis menschlicher Wünsche und Leidenschaften enthält, verfolgte der Autor den religiösen Dualismus durch die verschiedensten Kulturen von den primitiven Formen bis zur Gegenwart. Das Ergebnis seiner Forschungen war, daß es keine Religion gegeben hat, in der nicht Gott und Teufel in irgendeiner Erscheinungsform entscheidende Bestandteile des Glaubens waren. Auch er bemerkt im Vorwort seines Werkes, daß alle Dinge, die das All ausmachen, sich gegenseitig bedingen.
Feuerbach ging von dem Gedanken aus, daß alle Theologie eigentlich Anthropologie ist; die Menschheit gelangt in ihren Göttern zur Vorstellung ihres eigenen Wesens. Sie sind aus den unbefriedigten Wünschen, aus der innersten Natur des Menschen geboren, oder, moderner formuliert, sie drücken das Unbewußte aus und spiegeln es wider. Mit dieser Erkenntnis erscheint die Frage nach dem Schicksal des Teufelsglaubens von größter Bedeutung für das Verständnis der Neuzeit.
Das religiöse, emoti