You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es gibt verhältnismäßig wenig psychoanalytische Studien über Transvestitismus. Die klassischen Begriffe dieser Perversion sind von Fenichel (1930) entwickelt worden. Fenichel zufolge ist der Transvestit nicht imstande, den Glauben an die phallische Natur des Weibes aufzugeben, und außerdem identifiziert er sich mit der phallischen Frau. Fenichel machte auf einen wichtigen zweiten Faktor im Transvestitismus aufmerksam, nämlich „daß die Identifizierung mit der Mutter meist gleichzeitig in einer anderen, oberflächlicheren Schicht eine solche mit einem kleinen Mädchen ist“ (S. 24). Er glaubte, daß diese Identifizierung dann stattfindet, „wenn die Mutter frühzeitig weitgehend durch eine Schwester abgelöst werden konnte“. Er nahm eine besondere bisexuelle Disposition bei seinen Patienten an und stellte sich die Frage, welche spezifischen Umstände wohl zu einem solchen Ergebnis führen mögen.
Das psychoanalytische Studium eines Kindes mit manifest transvestitischem Verhalten bietet Gelegenheit, mehr über die Umstände zu erfahren, unter denen sich solches Verhalten entwickelt, als die Analyse eines erwachsenen Transvestiten, in der bedeutsame Kindheitserlebnisse nicht oder nicht voll erinnert und bestenfalls rekonstruiert werden.
Ich hatte Gelegenheit, in langen Analysen zwei transvestitische Knaben zu behandeln, den einen vor, den anderen im Latenzalter. In beiden Fällen hatte ich vor der Behandlung der Kinder die Mütter in Analyse. Ich habe auch zwei Adoleszente mit ausgesprochen transvestitischem Verhalten behandelt sowie drei Erwachsene mit transvestitischen Tendenzen. Zwei hatten transvestitische Episoden vor und im ersten Teil der Behandlung. Der dritte mit manifest transvestitischem Verhalten war polymorph pervers, hauptsächlich Exhibitionist und Voyeur.
Da meiner Ansicht nach die ausführliche Darstellung des analytischen