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Von drei Ansatzpunkten aus will der Autor das Phänomen des Fanatismus durchsichtig machen: als Intensitätsproblem, als Problem der Werthaltung und als eins der Psychopathie. Die Ansprüche scheinen hoch, Rudin will nicht nur „geisteswissenschaftlich-verstehend-phänomenologisch“ vorgehen, sondern „was uns als fanatisch begegnet, seelisch anleuchten und psychologisch verstehbar zu machen suchen“ (13). Da Rudin jedoch kein wissenschaftliches Instrumentarium zur Verfügung steht, mit dessen Hilfe Fanatismus erklärbar oder verstehbar gemacht werden kann, fällt er notwendig ins Unverbindliche des phänomenologischen Ansatzes zurück. Der Autor will „kein fanatischer Begriffsspalter“ sein; der in Mitteleuropa wohltradierte Irrationalismus in Sachen Seele bis hin zu Jung hat dann aber auch nichts zur Aufklärung des in Frage stehenden Phänomens beizutragen. Hier nur einige Stellen zur Charakterisierung des Argumentationsniveaus: „Auch der Begriff der Hysterie ist in den letzten Jahrzehnten immer seltener benützt worden … Trotzdem glauben wir nicht gänzlich auf diesen Begriff verzichten zu können. Er erfaßt wenigstens zwei Eigenschaften, die durch den Neurosebegriff nicht ohne weiteres ausgedrückt werden. Als solche Eigenschaften müssen die psychische Labilität sowie das damit bedingte Ausgeliefertsein an reflektorischpsychische Mechanismen und an die bekannten Abwehrmechanismen der Identifikation und. Projektion genannt werden.“ (158) Es ist die Rede von „asiatischem Fanatismus“ (12) und dem „leidenschaftlichen Temperamente des Mittelmeertyps und Latein-Amerikaners“ (12) und davon, daß Menschen jeden Geschlechts und jeden Berufsstandes dem Fanatismus verfallen können. Ansichten wie die, daß einmal „Urvitalität“ und „ungebrochener Lebenstonus“ als „vital-seelische Hintergründe der fanatischen Intensität“ (64) gelten und zum anderen bei den „weniger Genialen“ (68) Fanatismus als Kompensation verstanden wird, werden nicht durchsichtig. Es ist dem Autor hoch anzurechnen, daß er gege