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Man ist seit Jahrzehnten gewöhnt, törichte, auf Unverständnis und persönlicher Pathologie beruhende Äußerungen über und gegen Sigmund Freud und sein Werk zu hören und zu lesen. Die meisten dieser Publikationen sind kaum der Erwähnung wert. Dagegen wird es nicht nur bedenklich, sondern auch gefährlich, wenn in Veröffentlichungen unter dem Deckmantel strenger wissenschaftlicher Objektivität aus falschen Angaben, Mißdeutungen oder Auslassung von Originaldokumenten ungünstige Schlüsse auf Freuds Verhalten und Charakter gezogen werden, die einer Diffamierung mehr als nahe kommen. Darum handelt es sich in diesem Buch, in dem sich Eissler mit Publikationen des Ehepaares Joseph (inzwischen verstorben) und Renée Gicklhorn auseinandersetzt. Das Ergebnis ist der klare Beweis, daß es sich hier um einen „Rufmord“ handelt (Eissler benutzt diesen, dem Ref. erst neuerdings bekannt gewordenen Ausdruck nicht), der mit einem tief bedauerlichen Mangel an wissenschaftlichem Anstand durchgeführt wird. Eisslers verdienstvolles und notwendiges Buch verdanken wir seiner uns seit langem bekannten Gründlichkeit, die es ihm ermöglichte, sich der Unterstützung von Archivaren u. a. zu vergewissern. So konnte er wichtiges Aktenmaterial beibringen, das die Gicklhorns „vergessen“ haben, anzugeben (S. 63). Es ist bewundernswert, daß der Verf. es trotz seines manchmal spürbaren Zornes vorzieht, die Höflichkeit zu wahren und z. B. lieber von „Nachlässigkeit“ zu sprechen, als einen deutlicheren, durchaus berechtigten Namen anzuwenden.
Im Mittelpunkt des Buches stehen die Kontroversen über Freuds Professur und die Verzögerungen in seiner akademischen Laufbahn. In der Tat, „die Arbeitsmethode der Autoren liegt unter dem Niveau der Minimalforderung“. Die Autoren widersprechen