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In Peter Brückners Beitrag „Zur Pathologie des Gehorsams“ wird politische Psychologie als Gesellschaftswissenschaft verstanden; Autorität ist, eben nicht im engeren Sinne psychologisch, das „Einräumen eines Herrschaftsanspruches auf Widerruf“, weil Menschen als sich selbst Produzierende sich und die Verhältnisse, in denen sie leben, ständig verändern. Eine solche sich verändernde Größe ist auch Erziehung. Vermittels der Mitscherlichschen Kategorien Trieb-, Lern-, Gewissens- und Ichgehorsam entwickelt Brückner eine psychoanalytische Stellungnahme zum Problem der politischen Erziehung. Der andere Beitrag psychoanalytischer Herkunft (Wanda von Baeyer-Katte, „Politisches Fehlverhalten im Vergleich zur Neurose“) gibt zwar eine monistische Erklärung für das deutsche Nachkriegsverhältnis zur Politik, ist aber als These interessant: Anstatt die Judenmorde trauernd zu bewältigen, wurde ihre Verarbeitung tabuiert. Daraus ergibt sich politisches Desinteresse als affektiv besetzte Vermeidungshaltung und die Unmöglichkeit, alte Rollenkorrespondenzen (wie: Regierung/Regierte als Unterdrücker/Rebellen oder Führer/Gefolgschaft), die unsere politische Atmosphäre determinieren, zu bearbeiten. (Übrigens steht das Freud-Zitat auf S. 84 f. nicht in Bd. V, sondern Bd. VII der Ges. Werke, es ist nicht richtig wiedergegeben, insbesondere heißt es Nervosität und nicht Neurosität.)
Andere Beiträge untersuchen empirisch spezifische Bereiche der Erziehung unter dem politischen Aspekt. Tauschs Ergebnisse über den autoritativen Unterrichtsstil in deutschen Schulen und seine Folgen für das Sozialverhalten sind inzwischen bekannt. Er macht den Vorschlag, für Lehrer psychodynamische Seminare einzurichten, um das Selbstbewußtsein der Erzieher auf einen der demokratischen Erziehung zuträglichen Stand zu heben. Wolfgang Metzger referiert die klassischen Experimente über Meinungen als Gruppenfunktion (Asch, Crutchfield, Sherif). Walter Jaide berichtet aus seinen Untersuchungen über das Verhältnis der