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Es waren neben theoretischen Überlegungen praktische Gründe, welche die Gruppen der am Sigmund-Freud-Institut Frankfurt und an der Heidelberger Psychosomatischen Universitätsklinik arbeitenden Ärzte und Psychologen veranlaßten, sich dem Thema der Deutung zuzuwenden. Es hat sich gezeigt, daß umfangreiches kasuistisches Material, das wir in den technischen Seminaren im Laufe der Jahre gesammelt hatten, in der vorliegenden Form nur unzureichend wissenschaftlich ausgewertet werden kann. Die psychoanalytischen Falldarstellungen blieben allzuoft auf der Ebene der „unkontrollierten“ klinischen Deskription. Damit ist gemeint, daß Beobachtungen und Theoriebildungen in den Berichten immer noch zu sehr ineinander übergehen, obwohl mit den in der Psychosomatischen Klinik entwickelten Berichtsschemata eine übersichtliche Darstellungsform angestrebt worden war. Da jedoch bei diesen Darstellungen immer besonderes Gewicht auf das Deutungsproblem gelegt worden war, konnten wir dieses Thema herausgreifen und systematischer zu betrachten versuchen.
Es ging uns jedoch nicht nur darum, die Forschungsarbeit zu strukturieren und die Krankengeschichten besser auswertbar zu machen. Die zweite Hauptaufgabe neben der Forschung, die uns an den Heidelberger und Frankfurter Instituten gestellt ist, betrifft die Ausbildung. Die Deutung steht so sehr im Mittelpunkt der psychoanalytischen Technik, daß Verlaufsuntersuchungen unter besonderer Berücksichtigung von Deutungsprozessen auf jeden Fall der psychoanalytischen Ausbildung zugute kommen. Da es ferner nicht wünschenswert ist, Forschung und Lehre getrennt nebeneinander herlaufen zu lassen, lag es nahe, gerade dieses Thema aufzugreifen.
Der Titel nimmt mit der Bezeichnung „Deutungsaktionen“ auf S. Bernfeld (1932) Bezug. Zwar hat sich Bernfeld in seiner umfassenden Arbeit „Der Begriff der ‚Deutung‘ in der Psychoanalyse“ mit Interpretationen im behandlungstechnischen Sinne, die er Deutungsaktionen nennt, nur am Rande befaßt, er hat aber durch seine m