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Dieses Buch über Ich-Psychologie und -Entwicklung nennt sich eine Phänomenologie der Dynamik und Struktur. Sein Verfasser ist Professor für spezielle Pädagogik an der Universität Jerusalem. Wertheimer, Piaget, Freud, Erikson, Buber und vor allem Jung haben ihm die wesentlichen Ideen zu dem Werk geliefert. Jungs Einfluß erscheint am stärksten. Hartmann, dessen Name in den Staaten im Zusammenhang mit Ich-Psychologie genannt wird, tritt dagegen zurück.
Frankenstein will vor allem, so lesen wir am Anfang, Grundbegriffe und Idealtypen liefern. An klinischen Illustrationen liege ihm wenig. Seine Hauptidee ist, daß sich die Ich-Entwicklung in einer Dialektik von Spannung und Ruhe vollziehen muß, was wiederum eine Lebenspolarität von „expansion and staticness“ widerspiegelt. Solche Formulierungen lassen zunächst an Hegel denken, aber bei der weiteren Lektüre wird deutlich, daß sich Frankenstein viel eher mit Thomas von Aquin vergleichen läßt: Er versucht eine Summa der normalen und pathologischen menschlichen Entwicklung zu liefern. Darin will er das heute zugängliche Wissen über den Menschen, das in den verschiedensten Spezialdisziplinen und psychologischen Lehrsystemen zu verfließen droht, wieder zusammenzuführen. Der Begriff des Ichs wird darin zur Achse, um die sich seine Systematik zentriert.