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In der ersten Phase seines psychoanalytischen Denkens1 entwickelte Freud ein Modell der Pathogenese, das auf Anpassung an ein äußeres traumatisches Ereignis oder an Erinnerungsspuren eines solchen Ereignisses begründet war. Das frühe Modell der Neurose läßt sich in Begriffen pathogener Anpassung an die Nachwirkungen eines besonderen Realitätsereignisses oder an Erlebnisse in der Realität definieren. Das Hysteriemodell in jener Phase besagte, daß die hysterischen Äußerungen aus dem Affekt hervorgehen, der durch ein äußeres traumatisches Erlebnis ausgelöst wurde, als sich die Person in einem hypnoiden Zustand herabgesetzten Bewußtseins befand. Die affektiv geladenen Erinnerungen werden als unvereinbar mit dem Bewußtsein abgewiesen und die hysterischen Symptome tauchen später als symbolische Repräsentanzen der verdrängten Erinnerungen auf. Die Heilung vollzieht sich über die kathartische Abfuhr des Affekts. Im Mittelpunkt dieser der Trieblehre vorausgehenden Theorie Freuds stand der Affekt als Reaktion auf jegliche Art von Reiz. Wenn auch der Begriff des Affektes für Freud in dieser Phase mehrere verschiedene Bedeutungen besaß, so wurde er doch mit einer Erregungssumme gleichgesetzt, die verschiebbar war und nach Abfuhr drängte. Dabei ist von Interesse, daß Freud die Dissoziation der affektiv geladenen Erinnerungen an das Trauma als einen aktiven Vorgang betrachtete und nicht als ein Zeichen seelischer Schwäche, wie es die Dissoziationstheorie seiner französischen Lehrer besagte. Aktive Dissoziation (als eine Form von Abwehr) ließ sich somit als eine Anpassungsweise an innere Vorgänge auffassen, die durch die äußere Realität ausgelöst worden waren.