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Als Einführung zum Thema Suchen und Finden möchte ich die Aufmerksamkeit des Lesers auf den Umstand lenken, daß zwar viel über die Entstehung von seelischen Krankheiten nachgedacht wurde, aber weit weniger darüber, wie die Genesung von solchen Krankheiten zustande kommt. Eine kleine Beobachtung über die Genesung, nämlich das Abklingen von Depressionen, wird im folgenden dargestellt werden. Im Begriff „Depression“ liegt heute ein sehr umfassendes, vielgestaltiges Thema; er enthält so viele Ansatzpunkte für seelische und körperliche Leiden, daß im Rahmen dieser Studie nur ein einziger Punkt herausgegriffen und beschrieben werden kann.
Ich möchte noch zwei Gedanken vorausschicken. Der eine betrifft den autobiographischen Hintergrund, den jeder von uns notwendiger-, aber hoffentlich nicht störenderweise in unseren Beruf des Psychoanalytikers mitbringt. Der zweite betrifft die Erkenntnis, daß Suchen und Finden schon im ersten Anfang des Lebens hoch bedeutungsvoll sind und dort auch analytisch beschrieben wurden. Ich denke an das Suchen und Finden des eigenen Mundes durch die eigene Hand1. Bei einer Patientin, deren Genesungsprozeß ich über vier Jahre zu studieren Gelegenheit hatte, spielte denn auch das Wiederfinden der Muttersprache, die sie ganz verleugnet und fast „vergessen“ hatte, eine hilfreiche Rolle. Der Erinnerungsschatz, der ihr dadurch wieder zugänglich wurde, und Freude und Leid, die dadurch wieder lebendig wurden, hat nach meiner Meinung viel zu der allmählichen Besserung beigetragen. An diesen Hinweis möchte ich zunächst eine kurze theoretische Betrachtung knüpfen.
Wollte man den Ablauf eines Lebens bildlich beschreiben, könnte man seinen dynamischen Gehalt als ein ständiges Suchen und Finden bezeichnen. Die Psychopathologie des Menschen bestünde dann darin, daß erkranken muß, wer nicht suchen oder finden kann, und daß die Aufgabe des Analytikers darin besteht, das Suchen zu ermöglichen und das Finden zu erleichtern. Das ganze Probl