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Es hat den Anschein, als sei die Psychose das leidige Vorrecht der menschlichen Spezies. Sie ist auch nicht auf das Erwachsenenalter beschränkt. Das Tier wird mit gut entwickelten Instinkten geboren, die sein Überleben als unabhängiges Individuum bald nach der Geburt gewährleisten. Beim menschlichen Kind sind diese tierischen Instinkte (im Sinne von Bahnungen) verkümmert und unzuverlässig geworden; wie Freud es ausgedrückt hat, mußte das Ich die Aufgabe der Realitätsanpassung übernehmen, die vom Es nicht geleistet wird. Der somatische Beitrag zur Ich-Entwicklung ist das zentrale Nervensystem, das jedoch bei der Geburt sich noch in sehr unreifem Zustand befindet. Das neugeborene Kind erscheint als ein fast rein biologischer Organismus mit Instinkten, die nicht auf corticaler, sondern im wesentlichen auf reflexhafter und thalamischer Ebene auf einwirkende Reize reagieren. Es sind nur somatische Abwehrmechanismen vorhanden, bestehend aus Reaktionen des Überfließens und Entladens, wobei die corticale Hemmung noch unentwickelt ist. So können wir sagen, daß bei Geburt nur ein rudimentäres Ich existiert, das noch unfähig ist, Reize jeglichen Spannungsgrades festzuhalten, oder anders ausgedrückt, daß für eine verhältnismäßig lange Zeit des extrauterinen Zustandes die undifferenzierte Phase der Persönlichkeitsentwicklung vorherrschend ist (Hartmann, Kris, Loewenstein, 1947). Jedoch wird das undifferenzierte Ich des Säuglings vom psychobiologischen Rapport zwischen der stillenden Mutter und dem Kind ergänzt. Diese normale Empathie von seiten der Mutter ist der Ersatz für den Instinkt, der das Überleben beim Tier besorgt. In einem quasi geschlossenen System oder einer Zweieinheit vollzieht die Mutter lebenswichtige Pflegeleistungen, ohne die das menschliche Kind nicht existieren könnte. Die intrauterine Parasit-Wirt-Beziehung innerhalb des mütterlichen Organismus (Deutsch, 1945) muß in der postnatalen Periode dadurch ersetzt