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“Die Ursprünge der Schizophrenie” war das Thema der ersten internationalen Schizophreniekonferenz in Rochester, N. Y., die in diesem Jahr vom 29. bis 31. März stattfand. 22 Redner waren eingeladen. Der erste Tag war neurophysiologischen, biochemischen und konstitutionspsychologischen Fragestellungen vorbehalten, am zweiten Tag kam die Familienforschung zu Wort, am dritten Tag wurden klinische und soziale Aspekte behandelt. Ich versuche im folgenden nicht, den einzelnen Rednern gerecht zu werden — sie haben großenteils ihre bereits bekannten Positionen vertreten —, sondern beschränke mich auf einige Hinweise.
Als eine der wichtigsten Entwicklungen der Schizophrenieforschung in den letzten Jahren erscheinen die Arbeiten über die Verbreitung der Schizophrenie bei Zwillingen, eineiigen wie zweieiigen. Rosenthal, der Herausgeber des Buches über die Genain-Vierlinge, und Kringlen, an der Universität Oslo arbeitend, referierten darüber. Die gründlichen und methodisch stichhaltigen Untersuchungen von Tienari, Pollin, Kringlen, Fisher und anderen Forschern lassen heute keinen Zweifel mehr daran, daß bei eineiigen Zwillingen die Konkordanz für Schizophrenie bei 20 bis 40% angesetzt werden muß, während sie bei zweieiigen um 8% liegt (was dem für die übrigen Geschwister gültigen Wahrscheinlichkeitsgrad entspricht). Die bekannten Untersuchungen von Kallmann und Slater, die bei eineiigen Zwillingen eine viel höhere Konkordanzrate für Schizophrenie beanspruchen (Kallmann zwischen 80 und 90%), scheinen desavouiert zu sein. Kringlen, der über mehrere Jahre Norwegen kreuz und quer durchreiste, um die Familien und Ko-Zwillinge seiner annähernd 75 eineiigen schizophrenen Zwillinge kennenzulernen (nebst den Familien und Ko-Zwillingen von mehreren hundert zweieiigen Zwillingen, denen er jedoch vergleichsweise weniger Aufmerksamkeit schenkte), berichtete viele interessante Einzelheiten. Dazu gehört etwa die Tatsach