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Die Frage der Verständigung gehört zu den zentralen Problemen der Konfliktpsychologie. Im Gebiet des politischen Geschehens hängt oft die Frage eines Krieges von den Verständigungsmöglichkeiten der Partner ab. Es liegt daher nahe, daß sich die politische Psychologie mit den Wegen der Konfliktlösung beschäftigt und daß sie dabei Anleihen bei andern psychologischen Theorien machen muß. Die Forschungen der politischen Psychologie wurden allerdings zunächst nicht sehr geschätzt; insbesondere die Psychologie des Krieges verfiel zeitweise dem Vorwurf pazifistischer Phantasien. Der Widerstand hat seine bekannten Parallelen. In der psychoanalytischen Behandlung lernt der Patient mit der Zeit erkennen, daß sein Verhalten zeitweise unter dem Einfluß irrationaler, ihm nicht bewußter Phantasien steht oder gestanden hat. Er hat es aber bedeutend schwerer zuzugestehen, daß auch ein rationales, gut begründetes Verhalten, ein mit der Situation scheinbar adäquates affektives Erleben einer Analyse zu unterziehen ist. Das bewirkt eine heftige Erschütterung, weil offensichtlich der als „normal“ erlebte Teil des eigenen Verhaltens eine wichtige Stütze der eigenen Wertschätzung geworden ist. Es stellt sich dann heraus, daß ein rational gesteuertes und angepaßtes Verhalten, das auch von der Umwelt als solches anerkannt wird, durchaus von einem Konflikt her motiviert sein kann. Der Analytiker hat gute Gründe, normales Verhalten nicht einfach als selbstverständlich hinzunehmen; das Durcharbeiten unbewußter Motive wird dem Patienten erst die Möglichkeit geben, mit adäquater Einsicht sich normal zu verhalten. Vor allem will er einer „sozialen“ Normalität vorbeugen, die mit dem Preise einer Abwehr von Affekten und einer Verdrängung von Phantasien bezahlt wird; denn in diesem Falle kann in einer späteren Konfliktsituation das Abgewehrte reaktiviert werden und das normale Verhalten einem neurotischen Platz machen.
Bei der Analyse politischer Entscheidungen und Probleme treffen wir scheinbar norm