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Die Liebhaber Georg Groddecks haben in dieser neuen Sammlung seiner ausgewählten Schriften über Psychosomatik eine wahre Schatzkammer gefunden. Groddeck erscheint hier als Pionier der Psychoanalyse und vertritt den Geist des abenteuerlichen Dichters, des Draufgängers, des „wilden“ Analytikers, im besten Sinne dieses Wortes. Von ihm hat Freud gesagt: „Wer erkennt, daß Übertragung und Widerstand die Drehpunkte der Behandlung sind, der gehört nun einmal rettungslos zum wilden Heer“ (Seite 11).
Selbst Ärzte, die ihn nicht ernst nehmen können und wollen, sollten ihn lesen: zur Anregung und Ermutigung zu origineller Schöpferkraft in moderner Wissenschaft, die ohne den Pioniergeist der Phantasie und Einbildungskraft sterben würde.
Das Buch beginnt mit der Veröffentlichung von Schriften, die bisher nur in englischer Übersetzung zu erhalten waren. Der erste Teil lautet: „Psychische Bedingtheit und psychoanalytische Behandlung organischer Leiden“; dies ist von historischem Interesse wegen der Klangassoziationen, die Groddeck auch in seinem ersten langen Brief an Sigmund Freud im Mai 1917 dargestellt hatte und die Freud so freudig überraschten. Eine amüsante kurze Arbeit über: „Wunscherfüllungen der biblischen und göttlichen Strafen“ unterbricht die Behandlung des Hauptthemas, fortgesetzt in einigen kasuistischen Beiträgen. Hier findet man auch den berüchtigten und berühmten Kongreßvortrag von 1920 unter dem Titel: „Über die Psychoanalyse des Organischen im Menschen“. Viele Arbeiten aus Groddecks privater Zeitschrift „Die Arche“ sind nun hier zusammengestellt und veröffentlicht, wie z. B. die bedeutende Arbeit über den Symbolisierungszwang des Menschen, vom Sinne der Krankheit, und schließlich vom Jahre 1929: „Das Es und die Psychoanalyse nebst allgemeinen Ausführungen zum damaligen und heutigen Kongreßwesen.“
Besonders erfreulich und neu ist das letzte Drittel des Buches, in dem unvollendete Arbeiten aus Groddecks literarischem Nachlaß veröffentlicht sind, die er in den Jahren