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Der Schamanismus ist ein Phänomen der frühen Jägerkulturen, hauptsächlich auf dem asiatischen und amerikanischen Kontinent verbreitet, aber in gewissen Abwandlungen auch bei anderen Völkern der gleichen Kulturstufe zu finden. Zahlreiche prähistorische Funde sprechen dafür, daß schamanische Praktiken schon im Paläolithikum ein immanenter Bestandteil der damaligen Kulturen waren. Die Merkmale des Schamanismus sind kurz zusammengefaßt folgende: Bestimmte, häufig schon von Kindheit an durch Krankheiten oder Anomalien stigmatisierte Menschen gelten als zum Schamanen berufen. Durch ein ekstatisches Erleben, welches sich in einem Zustande reduzierten Bewußtseins mit Halluzinationen und anfallartigen Erscheinungen äußert, erfahren sie ein Berufungs- und Initiationserlebnis. Hierbei treten sie mit der Geisterwelt, die in den Mythen ihrer Kultur enthalten ist, in Verbindung, und zwar handelt es sich dabei in aller Regel um theriomorphe Geister, die in der Gestalt großer Jagdtiere gedacht werden, die den von den Angehörigen der Kulturen gejagten Tieren entsprechen oder mindestens ähnlich sind. Diese mythischen Wesen haben unverkennbar die Züge archaischer elterlicher Objekte. Die schamanistische Initiation besteht darin, daß der Initiand das Erlebnis des Verschlungen-, Zerstückelt- und Wiedergeborenwerdens durch ein solches mythisches Wesen hat. Hernach verfügt er über besondere magische und prophetische Kräfte und über besondere Verbindungen zum Geisterreich der Tiere, wobei Motive der Sühne für das Töten der Jagdtiere und des Ungeschehenmachens ersichtlich sind.
Dieses Buch will offensichtlich dem heute weitverbreiteten Interesse an ethnologischen und religionsgeschichtlichen Problemen entgegenkommen. Die schöne und wertvolle Ausstattung des Bandes im großen Format, graphisch schmuckvoll, mit zahlreichen bunten und schwarz-weißen Fotos sowie gezeichneten Abbildungen schamanischer Kultgegenstände und -handlungen wird den Bibliophilen erfreuen. Der Text hält leider nicht, was d