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Diese acht Aufsätze, zu Ehren David Rapaports von einigen seiner Schüler und Freunde geschrieben und von R. H. Holt sorgfältig ediert, bezeugen die Komplexität und Problematik der heutigen analytischen Metapsychologie. Beide — Komplexität und Problematik — sind zum Teil eine Frucht von Rapaports Werk. Wie kaum ein anderer Autor nach Freud hat Rapaport die Psychoanalyse und akademische Psychologie einander nahegebracht. Das führte besonders in Amerika zu einem Prozeß der Integration und gegenseitigen Anregung auf vielen Gebieten und Ebenen, aber auch zur Kontroverse, zum Zwang zur schärferen Klärung und nötigenfalls Modifikation psychoanalytischer Begriffe. Die kürzlich von Merton Gill besorgte Gesamtausgabe von David Rapaports Aufsätzen (bei Basic Books in New York erschienen) erlaubt einen Überblick über die vielen von Rapaport zur Diskussion gestellten Begriffe und Probleme.
Die vorliegenden acht Arbeiten, sieben Jahre nach Rapaports Tod erscheinend, markieren gleichsam eine weitere Runde in dem von Rapaport initiierten Integrations- und Klärungsprozeß. Der Titel des Bandes „Motive und Denken“ wird dem Anliegen der Aufsätze nur zum Teil gerecht. Denn zur Frage steht der Wert (und möglicherweise die Lebensfähigkeit) einiger der zentralsten Begriffe und Modelle der analytischen Theorie wie Trieb, psychische Energie, Primärprozeß, Verdrängung und ähnliche.
Es waren die Erfahrungen der psychoanalytischen Praxis, die Freud zur Schaffung dieser Begriffe führte. Heute sind es in erster Linie drei nicht-klinische Bereiche, die Licht auf sie werfen bzw. ihre Modifikation oder sogar Preisgabe nahelegen. (Es ist wohl kein Zufall, daß die Mehrzahl der hier vertretenen Autoren den Weg zur Psychoanalyse nicht von der Medizin, sondern von der Psychologie her gefunden hat.)
Bei dem ersten Bereich handelt es sich um die von Klein, Gardner, Holzman, Silverman und anderen Autoren initiierte Erforschung der sogenannten Erkenntnisstile und Erkenntniskontrollen (cognitive styles und cogni