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Dieses Buch entwickelt ein Thema, das Laing bereits in einer Reihe früherer Publikationen beschäftigt hat, nämlich jene Art der Kommunikationsstörung zwischen mehreren Individuen, für die uns die Beobachtungen an Schizophrenen und ihren Angehörigen die Augen geöffnet haben. Das, was Laing inzwischen als Mystifikation beschrieben hat, ist ein wichtiger Aspekt dieser Störung.
Um die Kommunikationsstörung genauer zu verstehen, bedarf es nach Laing eines theoretischen Modelles, in dem Ich und der andere, ego und alter, als Zentren subjektiver Orientierungen und Erwartungen gesehen werden, die sich gegenseitig in komplexer Weise beeinflussen. Das vorliegende Buch versucht, ein solches Modell zu liefern. Das Schwergewicht liegt dabei auf der Weise, wie Beziehungen, Gefühle und Einstellungen wechselseitig wahrgenommen werden. Sullivan — der die menschliche Identität einmal als die Summe reflektierter Einschätzungen (reflected appraisals) bezeichnete —, George Herbert Mead und andere Autoren haben für dieses Modell Vorarbeit geleistet.
Laing will den folgenden Tatbestand durchsichtig machen: Meine Selbsteinschätzung hängt von meiner Einschätzung durch den anderen ab. Indem ich in meine Selbsteinschätzung meine Einschätzung durch den anderen einbeziehe, ändere ich mich und wirke zugleich auf den anderen. Dasselbe geschieht dem anderen in Beziehung zu mir. In diesem dialektischen Prozeß (den bereits Hegel in ähnlichen Worten in seinem Kapitel über Herr und Knecht in der Phänomenologie des Geistes beschrieben hat) lassen sich in jedem Partner folgende wechselwirkende Wahrnehmungsabläufe unterscheiden: 1. die Wahrnehmung meiner Beziehung bzw. Einstellung zu mir selbst und zum anderen. (Z. B. erlebe ich mich als jemand, der streng mit sich selbst und streng mit anderen ist.) Hier handelt es sich um eine (doppeltgerichtete) direkte Perspektive. 2. die Vorstellung, die ich mir darüber bilde, wie der andere diese Wahrnehmung wahrnimmt. Hier handelt es sich um eine Meta-Perspektive. (