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Da dieses Buch umfassender als eine klinische Psychologie sein will, wird der Leser zunächst mit den Grundbegriffen der allgemeinen Psychologie bekanntgemacht. Dabei werden u. a. die seelischen Erscheinungen und Grundfunktionen, die seelischen Kräfte und ihre Auswirkungen, die Themenkreise Begabung, Bewußtsein und Unbewußtes, Ausdruckskunde, Erlebnisverarbeitung und Entwicklung, eher in der Breite als systematisch dargestellt. Um die Verbindung mit der klinischen Arbeit zu zeigen, wird dem jeweiligen Kapitel ein Abschnitt über abnorme und krankhafte Erscheinungen des Seelenlebens angefügt. So findet man im Kapitel über den Aufbau der Persönlichkeit die Typenlehren von E. Kretschmer und C. G. Jung, allerdings nicht die Lehre von Sheldon; anschließend folgt eine Beschreibung der Psychopathentypen. — Ausführlich wird die Erlebensseite von Störungen und Krankheiten dargestellt. Es fehlt auch nicht an eingehenden sozialpsychologischen und psychohygienischen Erörterungen. Ebenso wird der seelischen Führung Kranker mit Ratschlägen für die Gesprächsführung bei der Untersuchung, der Visite oder der Betreuung von Rekonvaleszenten, Schwerkranken und Sterbenden Platz eingeräumt. Ein kurzes Kapitel unterrichtet über psychotherapeutische Methoden, ein weiteres in gestraffter Form über Psychodiagnostik. Bei den vielfältigen Überschneidungen sind zahlreiche Querverweise hilfreich.
Obwohl der Autor offensichtlich einer traditionellen Psychologie verbunden ist, die sich mit Namen wie Hellpach, Lersch, Rohracher, Rothacker u. a. verbindet, nimmt er an verschiedenen Stellen psychoanalytische Erkenntnisse in das Buch auf. Das geschieht mit dem recht verbreiteten gönnerhaften Abstand oder manchen wohlwollend formulierten Vorbehalten der Psychoanalyse gegenüber. Aber diese fügt sich dem übrigen Stoff nicht so recht ein, zumal an verschiedenen, teilweise divergenten tiefenpsychologischen Richtungen und Schulen je nach Bedarf partizipiert wird. Es verwundert daher auch nicht, daß die Möglich