You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Buch ist dem Präsidenten J. F. Kennedy, der einem Mord, einer „agierten Destruktivität“ zum Opfer fiel, gewidmet. 28 Autoren stellen in ebenso vielen Einzelabhandlungen die mannigfaltigen Probleme des „Agierens“ hinsichtlich ihrer Theorie und Behandlungstechnik dar. Die untersuchte Thematik reicht dabei von dem eng umgrenzten Begriff des Agierens in der psychoanalytischen Situation bis zu den kriminellen Akten der Geisteskranken und Soziopathen. So verbinden sich Fragestellungen der individuellen Therapie mit denen der Klinik, der Diagnostik und der Prävention. Im einzelnen können die vielseitigen, in der überwiegenden Mehrzahl für den Psychoanalytiker wie den Nervenarzt, den Soziologen und Kriminologen außerordentlich wichtigen Untersuchungen hier nicht referiert werden. Ich möchte nur auf ein paar Arbeiten hinweisen, die grundsätzliche Gesichtspunkte anschneiden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient zunächst L. Bellaks einleitender Aufsatz „The Concept of Acting Out: Theoretical Considerations“, in dem zugleich ein knapper Überblick zur Metapsychologie des Phänomens gegeben wird. Eine Betrachtung „Acting Out or Working Through“ stammt von R. C. Robertiello. Der Verfasser weist darauf hin, daß womöglich Klassenvorurteile den Analytiker bestimmen, wenn er das eine oder andere Verhalten als Agieren beurteilt oder etwa verurteilt. Größere Beachtung möchte er der Frage geschenkt wissen, inwieweit Agieren u. U. einen Lernvorgang in die Wege leitet. Nicht ganz zu Unrecht, so scheint mir, wird herausgestellt, daß „die analytische Welt im allgemeinen“ dazu neige, die Technik, „durch erlebtes Handeln sich die Meisterung eines Problems“ zu erwerben, als solche abzuwerten (S. 45). Die Rolle des „Agierens“ im Kindesalter bzw. in der Pubertät wird von P. Kay und von I. Josselyn untersucht. Mit dem Selbstmord als einer Form des Agierens beschäftigen sich zwei Aufsätze. Auch gewisse psychosomatische Krankheiten (etwa Fettsucht) und Süchte werden unter dem Gesichtspunkt des Aus-ag