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Der verstorbene John Benjamin, ein ausgezeichneter, schöpferischer Forscher auf psychoanalytischem Gebiet, hat einmal im Schlußwort auf einer psychiatrischen Arbeitstagung die verschiedenen Beiträge durch eine amüsante Anspielung auf die phallischen Ambitionen kleiner Buben gekennzeichnet. Manche, so meinte er, peilen ein Ziel an und treffen es auch, andere bevorzugen einen Stil der Selbstdarstellung, indem sie einen so weiten Bogen machen wie möglich.
Dr. Massermans unentwegter Kampf gegen „das Poltern einer längst überholten Orthodoxie“ führt ihn zu dem Glauben, daß der Fortschritt in psychoanalytischer Forschung erreicht werden kann, wenn die Forschung „von der Freudschen Metapsychologie zu den umfassenden modernen Begriffen“ übergeht. Wenn man den neuen Band betrachtet, sieht man, daß er also den weiten Bogen bevorzugt. Der Band hat keinen bestimmten Fokus sondern ist sozusagen ein Schirm, unter dem so gut wie alles, was einem toleranten Eklektizismus entspricht, Platz findet.
Das Buch verfolgt keine eindeutige Entwicklungslinie, kein spezifisches Thema, sondern erinnert an eine vielseitige, eklektische psychiatrische Zeitschrift, die von der analytischen Theorie bis zum Existentialismus, von sozio-psychologischen Studien zu biologischen und Tierforschungen, von Traumstudien zu Untersuchungen über Sprechweisen, von klinisch-therapeutischen Beiträgen zu Vergleichen zwischen Therapie und Lerntheorie, von Gruppenmethoden der Ausbildung zu Fragen des Krankenhauses, kurz, so gut wie alles behandelt. Das Buch enthält sogar Betrachtungen über die Beiträge Anna Freuds, Eriksons und Hartmanns — Forscher, die doch immer der analytischen Hauptrichtung angehört haben, was vielleicht anzeigt, daß Massermans Sorge über die von ihm mit so viel Liebe und Haß verfolgte unschöpferische Orthodoxie abnimmt.
Diese allgemeinen Erwägungen über die Tendenz, die den Bestrebungen des Herausgebers zugrunde liegen könnte, sollen jedoch die einzelnen Beiträge keineswegs präjudizieren. Es sind