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Beiträge zur angewandten Psychoanalyse können die Arbeit des Psychoanalytikers befruchten. Sie können ihm z. B. ein tieferes Verständnis für religiöse und künstlerische Ausdrucksformen und bessere Einsicht in das Verhalten und die Konflikte vermitteln, die sich aus den Unterschieden in der Kindererziehung, den Zielen der Anpassung und im kulturellen Hintergrund ihrer Patienten ergeben. Sie können ferner die Zusammenarbeit zwischen der Psychoanalyse und den anderen Sozialwissenschaften anregen und bereichern, vorausgesetzt daß die psychoanalytischen Begriffe den Gegenstand als ganzen beleuchten, nicht aber ihn entstellen. Unter diesen Kriterien kann man die Beiträge des vorliegenden Jahrbuches mehr oder minder erfolgreich nennen; im allgemeinen sind sie heutzutage jedenfalls weit besser als vergleichbare Arbeiten, die vor etwa zwölf Jahren geschrieben wurden.
Die ersten Beiträge sind Referate zu einer Podiumsdiskussion über Mythologie und Ichpsychologie. Jacob Arlow diskutiert eine Deutung des Mythos von der Verkündigung anhand von Kunstwerken und Fallmaterial. Die unbewußte Phantasie, den väterlichen Phallus zu rauben, wird umgewandelt in eine Empfängnisphantasie: Sonnenstrahlen dringen durch das Auge in die Jungfrau ein. Durch eine solche Umwandlung kann der Mythos die Charakterbildung aller derer, die mit ihm in Berührung kommen, beeinflussen. Sadistische, aggressive, schuldhaft erlebte ödipale Triebwünsche werden durch passive, rezeptive Sublimierungen und Reaktionsbildungen ersetzt. Es kann zu krankhaften Symptomen kommen, wenn die ödipalen Triebwünsche reaktiviert werden: so verursachten die Sonnenstrahlen bei einer Patientin, die eine solche Jungfrauenphantasie hatte, Kopfschmerzen und Krebsfurcht. Mark Kanzer bemerkt im nächsten Beitrag, daß der „König ödipus“ des Sophokles sowohl die damals in Athen herrschenden geistigen Strömungen als auch die eigenen Ansichten und Bedürfnisse des Dic