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Im Dienste der Selbst- und Arterhaltung durch Nachahmung — Imitation — Merkmale der belebten wie unbelebten Umwelt zu übernehmen, ist eine Eigenschaft wohl aller Lebewesen. Der Mensch ist wegen seiner mangelhaften “Ausrüstung mit angeborenen Instinkt-Regulationen und wegen seiner vor allem in der Kindheit und Jugend unzureichend ausgebildeten; Fähigkeit, durch Versuch und Irrtum und Einsicht Anpassungsleistungen zu vollbringen, auf Lernen durch Imitation absolut angewiesen. Dabei werden zur Meisterung des „Zeugs“ nicht nur „Werkzeugfunktionen“ übernommen, sondern im Rahmen der sozialen Verhältnisse zugedachte und/oder gewünschte Rollen „gespielt“, bzw. der Mensch, insbesondere das Kind, werden in Rollen „hineingespielt“ oder — in der Regel — zu ihrer Übernahme „gezwungen“. Verlieren diese Rollen ihren gespielten Charakter, hören sie auf, ein freiwilliger, mehr oder minder bewußt intendierter Akt zu sein, oder wenn die Rollenübernahme eine unvermeidliche Prägung durch die Gesamtsituation war, dann sagen wir, der Betreffende sei mit dieser Rolle, bzw. mit ihrem Modell, d. h. der Person, die als Rollenmodell imponierte, identifiziert. Nach vollzogener Identifikation vermag der Betreffende sich in der Regel nicht ohne weiteres darüber Rechenschaft zu geben, daß sein Handeln und Erleben durch Identifikation vollständig oder in Teilen determiniert wird, denn sein So-Sein ist nun Ausfluß seines Wesens, was bedeutet, er ist die Rolle, weil er ihr Grund ist, indem er identisch ist mit den „Affekten und Zielen“, die durch sie ausgedrückt werden (37, 33, 89).
Sowohl die Soziologie als auch die Psychologie und insbesondere die Psychoanalyse — übrigens wird S. Freud die Einführung des Terminus Identifikation in die Psychologie zugeschrieben (87) — haben verschiedene Identifikationstypen und ihre psychodynamischen Ableitungen untersucht1. Eine Voraussetzung zur die bloße Imitation übersteigenden, weil interindividuelle Interaktionen einschließenden Rollenübernahme liegt in der Fäh