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Es war Sandor Ferenczi selbst, der die Aufmerksamkeit von uns Psychoanalytikern auf das unvermeidliche Auftreten ambivalenter Gefühle gegenüber großen Männern lenkte. Dies wird leider von der Meinung, die man heute über Sandor Ferenczis wissenschaftlichen Rang und seinen Platz in der Geschichte der Psychoanalyse hegt, bestätigt. Seine Größe ist unbestritten; bei seinem Tode schrieb Freud (1933): „Es ist nicht glaublich, daß die Geschichte unserer Wissenschaft seiner vergessen wird.“ Jones (1933) wiederholte in seinem Nachruf die Worte aus Hamlet: „Wir werden seinesgleichen nicht mehr sehen.“ Dennoch glaubt der heutige psychoanalytische Kandidat, sich in seiner Ausbildung mit der Lektüre von zwei bis drei Arbeiten Ferenczis begnügen zu dürfen, und von dem Mann, den Freud seinen „Palladin und Großvezier“ nannte, weiß man meist nur, daß er gewisse fehlgeschlagene technische Experimente unternahm, durch die er sich von seinem Meister entfernte.
Obwohl die ungerechtfertigt feindliche Interpretation der späten Jahre Ferenczis, die Jones in seiner Freud-Biographie gibt, von Balint (1958) und Lorand (1966) energisch zurückgewiesen wird, sind Vorwürfe wie die Vermutung, Ferenczi sei psychotisch gewesen, imstande, selbst „das Erhabene in den Staub zu ziehen“. Auch einige Parteigänger haben ihm ähnlich schlechte Dienste geleistet wie seine Gegner, indem sie ihn posthum als Vorläufer verschiedener Abweichungen von der Psychoanalyse reklamieren, von denen zu seinen Lebzeiten nie die Rede war (Thompson 1944, 1950).
Die kürzliche Neuausgabe der „Bausteine zur Psychoanalyse“1 gibt mir Gelegenheit und hat mich angeregt, Ferenczis vollständiges psychoanalytisches Werk zu studieren und vom Standpunkt des Jahres 1966 aus zu versuchen, zu einer objektiven Beurteilung des bleibenden wissenschaftlichen Beitrages zu gelangen, den er für unsere Wissenschaft leistete.
Je mehr ich mich in die Arbeit vertiefte, um so mehr mußte ich mir jedoch klar machen, daß das Ideal der Objektivität mir zunehm