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Einige Beobachtungen haben uns dazu angeregt, das anspruchsvolle Wort Dialog zu verwenden, um ein spezifisches Phänomen in der analytischen Situation zu kennzeichnen. Die Wahl dieses Begriffes erfolgte in Anlehnung an einen Vortrag von R. Spitz bei der Tagung der deutschsprachigen Psychoanalytiker in Anif 1964 über den Dialog zwischen Mutter und Kind, der sich dadurch auszeichnet, daß beide Partner mit ihren wechselseitigen Angeboten auffallend gut umgehen können. In Ausweitung eines Zitates von Spitz von der Mutter-Kind-Beziehung auf die Analytiker-Analysand-Beziehung würde sich folgende Definition des Dialogs ergeben: Der Dialog ist der sequentiell ablaufende Zyklus von Aktion, Reaktion und wieder Aktion innerhalb der Analytiker-Analysand-Beziehung (Mutter-Kind-Beziehung). Diese sehr spezielle Form der Interaktion schafft für den Analysanden (das Kleinkind) eine einzigartige, eigene Welt mit ihrem spezifischen affektiven Klima. Dieser Zyklus Aktion — Reaktion—Aktion ist es, der den Analysanden (das Kleinkind) befähigt, Schritt für Schritt bedeutungslose Wahrnehmungen (Reize) in bedeutungserfüllte Erlebnisse (Signale) umzuwandeln (16, S. 61).
Diese auf Empathie beruhende Kommunikationsform des sich gegenseitig einfühlenden Verstehens ist ein Moment, das für unseren Dialog typisch sein soll. Wir unterstellen, daß ihr eindrucksvolles Vorbild in der frühen Mutter-Kind-Beziehung erkennbar ist, worauf verschiedene Analytiker hingewiesen haben (8, 15, 20). Ich sehe es in diesem Zusammenhang nicht als meine Aufgabe an, diesen komplexen Hintergrund des Dialogs theoretisch zu begründen, sondern vielmehr seine praktische Bedeutung herauszustellen.
Ein weiteres Kennzeichen des Dialoges ist das Gefühl der Evidenz. Wie ein Signal zeigt es genau den Augenblick an, in dem das gegenseitige Verstehen emotionell erlebt wird.
Um diesem interessanten Phänomen näherzukommen, überprüfen wir seit längerer Zeit folgende Arbeitshypothese: Das von uns Dialog genannte Phänomen stellt sich in ei