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Mit der 1963 veröffentlichten Arbeit „Die Psychosomatische Klinik und ihre Patienten“ (5) hatte die Heidelberger Klinik begonnen, systematisches Material vorzulegen, das Information und kritisches Reflektieren über die diagnostische und therapeutische Tätigkeit während eines Zeitraumes von zehn Jahren ermöglichen sollte.
Dieser Bericht war ein erster Schritt im Rahmen eines größeren Projektes, das mit dem Ziel durchgeführt werden sollte, im Lauf der Zeit sukzessive wichtige Bereiche psychotherapeutischer Krankenbehandlung systematisch zu untersuchen. Eines der zentralsten und methodisch schwierigsten Themen bildet dabei zweifellos die Katamnesenerhebung.
Die hier vorgelegte Untersuchung ist als pilot study zu verstehen, und ihre Ergebnisse dürfen daher nicht verallgemeinert werden. Sie ist aber geeignet zu zeigen, wie die unkritische Verwendung von Zahlen und Befunden anderer Autoren bisher in der Literatur leicht zu falschen Konklusionen über den Spontanverlauf und den Wert psychotherapeutischer Methoden bei den Neurosen hat führen können. Sie zeigt weiter sehr deutlich die großen affektiven Schwierigkeiten, die sich einer katamnestischen Untersuchung neurotischer Patienten in den Weg stellen. Und schließlich sollte die Arbeit auch dazu dienen, die Untersuchung der komplexen Problematik vorzubereiten, die sich bei der katamnestischen Befragung psychotherapeutisch behandelter Patienten ergibt.
Im folgenden wird eine kritische Zusammenstellung der uns bekannten Untersuchungen gegeben, die sich mit der Spontanprognose der Neurosen befassen, d. h. mit deren Verlauf ohne psychoanalytisch orientierte Psychotherapie.