You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Gustav-Fischer-Verlag hat in dankenswerter Weise mit der unveränderten Neuauflage von Karl Bühlers „Sprachtheorie“ einen Klassiker der Sprachwissenschaft wieder zugänglich gemacht. Es werden in allen wissenschaftlichen Disziplinen gerne jene zu diesem Werk greifen, welche von der Notwendigkeit überzeugt sind, über das Werkzeug ihres Forschens und Denkens, die Sprache, reflektieren zu sollen. Die Neuauflage wird von Friedrich Kainz als dem Herausgeber mit einem Geleitwort eingeführt, in dem er neben die Darstellung der sprachtheoretischen Arbeiten Karl Bühlers eine Würdigung des Werkes stellt. Diese Würdigung referiert nicht nur den Ertrag von Bühlers Arbeit, sondern beschreibt mit nachdrücklicher Deutlichkeit die zahlreichen Forschungsansätze, die sich aus seinem Werk entwickelten.
Karl Bühler stellt in seiner Sprachtheorie an die Sprache die Frage: „Was bist du?“ (S. XXI) oder, wie Kainz es ausdrückt, die Frage: „Was ist das Entscheidende an der Sprache, welche essentiellen Züge ihrer Organisation setzen sie instand, ihre mannigfaltigen Leistungen als Werkzeug alles kulturellen Schaffens zu vollbringen?“ (S. VIII f.). Bühler expliziert seine These: „Dreifach ist die Leistung der menschlichen Sprache: Kundgabe, Auslösung und Darstellung“ (S. 2). Der erste Abschnitt des Buches bringt: „Die Prinzipien der Sprachforschung“, der zweite stellt: „Das Zeigfeld der Sprache und die Zeigwörter“, der dritte: „Das Symbolfeld der Sprache und die Nennwörter“ dar, während ein letzter, umfangreicher Teil dem „Aufbau der menschlichen Rede: Elemente und Kompositionen“ gewidmet ist.