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Ein Übersichtsreferat über psychoanalytische Auffassungen, die sich auf die psychosexuelle Entwicklung der Frau beziehen, erscheint zweckmäßig, weil es in allen Behandlungen darauf ankommt, das individuelle Schicksal innerhalb typischer Phasenkonstellationen zu erkennen und die mehr oder weniger mißlungene Lösung phasentypischer Konflikte und Übergangskrisen mit ihren mehr oder weniger verhängnisvollen Auswirkungen auf die Gesamtpersönlichkeit zu erfassen, um was für einen Fall – im Hinblick auf „the widening scope of indications for psychoanalysis“—es sich auch handeln möge. Es wird oft – auch von analytischer Seite – geäußert, Freuds Darstellung der weiblichen Entwicklung sei unbefriedigend, es käme darin mehr der negative, nicht-männliche Aspekt zur Geltung als der positiv weibliche. Es wird auch gesagt, Freud beschreibe nur die eine Seite der weiblichen Sexualfunktion, die Entwicklung der heterosexuellen Liebesfähigkeit, habe aber die zweite Seite der generativen Funktion, die Mutterschaft, in der Beschreibung vernachlässigt. Freud selbst sagte 1932, was er über die Weiblichkeit zu sagen habe, sei gewiß unvollständig, klänge auch nicht immer freundlich.
Ich würde jedoch meinen, daß die Theorien Freuds uns sichere Leitlinien bieten für das Verständnis der Entwicklung der weiblichen Sexualität wie der weiblichen Gesamtpersönlichkeit: nämlich in der genetischen Auffassung von der Libidoentwicklung im Zusammenhang mit der Objektbeziehung, vom Verhältnis Narzißmus zur Objektliebe, vom Dualismus Libido-Aggression und in der dynamischen Auffassung vom Instanzenbau: Es, Ich, Überich.
Ich werde also versuchen, 1. die Grundlinien der Auffassungen Freuds aufzuzeigen und 2. einige der Ausdifferenzierungen und Erweiterungen zu beschreiben, die sich aus den Beiträgen nachfolgender Analytiker ergeben.
Um weibliche Patienten handelte es sich in den ersten vier Krankengeschichten und in dem „Fall von hypnotischer Heilung“, die Freud vor 1900 veröffentlichte. Diese Patientinnen litt