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Gleich nach der Befreiung wurde eine Fülle von Material über die Konzentrationslager veröffentlicht. In all diesen Publikationen hatten die Autoren die Absicht, die Wahrheit über die Konzentrationslager mitzuteilen, und die meisten dieser Veröffentlichungen wurden zu Anklagen gegen die Verfolger. Als die Jahre vergingen, gewannen die Autoren—oftmals selbst ehemalige Häftlinge—mehr Abstand von den Geschehnissen, und der objektive und wissenschaftliche Charakter des publizierten Materials nahm zu. Dann kam eine Periode, in welcher das Interesse an diesem Gegenstand abgenommen zu haben schien. Viele der ehemaligen Häftlinge hatten ihren Platz im Leben wiedergefunden und wollten sich nicht länger mit der Vergangenheit beschäftigen, weder als Untersucher noch als Studienobjekt.
In den letzten Jahren kann man aber eine Wandlung konstatieren. Es zeigte sich, daß die Beschwerden vieler ehemaliger Häftlinge nicht spontan verschwanden, sondern bestehen blieben oder sogar nach einer längeren latenten Periode wiederkehrten. Die medizinisch-psychiatrische Welt wird immer wieder mit diesen Erscheinungen konfrontiert. Das Interesse wurde von neuem lebendig, und die Zahl der Publikationen nahm zu. Auf dem psychoanalytischen Kongreß in Amsterdam, im Sommer 1965, stellte Martin Wangh auf einem Symposion über diese Tatsachen die wichtige Frage, warum nicht mehr Psychoanalytiker sich mit der analytischen Behandlung der ehemaligen Häftlinge beschäftigt hätten, bzw. warum sie so wenig über ihre Erfahrungen publiziert hätten.
Gewiß können wir verschiedene technische Fakten aufzählen, welche die Analyse bei diesen Patienten besonders erschweren—wir werden später darauf zurückkommen. Zweifelsohne spielt aber auch eine Rolle, daß es für den Analytiker manchmal zu schwierig war, nicht nur die infantilen Traumata des Patienten verstehen zu müssen, sondern auch, und sei es auch nur in der analytischen Situation, mit ihm ins KZ zu gehen.
Wohl gibt es eine ausgedehnte allgemein-psychiatrische Litera