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Ehe ich auf einige der Hauptpunkte des ausgezeichneten Vortrages Dr. de Winds eingehe, möchte ich drei untergeordnete Probleme aus dem Wege räumen.
Dr. de Wind wirft die Frage auf, warum analytischerseits nicht mehr zum Problem seines Vortrages geleistet wurde. Ich glaube, es sind äußere Umstände dafür verantwortlich. Ich selbst bin bloß durch Zufall mit der praktischen Seite des Problems in Berührung gekommen, als ein ärztlicher Freund mich fragte, ob ich bereit sei, ein psychiatrisches Gutachten in einem Falle einer Klageabweisung zu verfertigen. Ich glaube, daß auch heute noch, wenigstens in den Vereinigten Staaten, der psychiatrische Kontakt mit dem Problem der Verfolgung hauptsächlich durch die Gutachterpraxis hergestellt wird.
Dr. de Wind meint, daß alle Lagerinsassen demselben Schicksal ausgesetzt waren. In der Literatur findet man Angaben über Gruppenschichtungen, die sich bildeten. Insassen, die nützliche Arbeit leisten konnten, um ein Beispiel zu geben, lebten doch in einer etwas anderen Atmosphäre als diejenigen, deren Körperkräfte als nutzlos angesehen wurden.
Ich glaube, die Kritik, die der Vortragende an dem Buche Bruno Bettelheims geübt hat, muß um vieles schärfer gefaßt werden. Ich kann hier nicht auf die vielen Fehlschlüsse, deren sich der Autor schuldig machte, in dem Maße eingehen, wie sie es verdienten, und muß mich auf weniges beschränken. Bettelheim hält die Psychologie der Opfer dafür verantwortlich, daß sie schließlich in Vernichtungslagern endeten, als ob fehlende Aktivität u. dgl. die ausschlaggebenden Faktoren gewesen wären. Eine ethische Bewertung, die seiner Theorie zugrunde liegt, wird in einem Satz, der nie geschrieben hätte werden dürfen, sichtbar. Er berichtet über SS-Männer, die sich den Gefangenen gegenüber human benahmen, und fügt hinzu: „Sicherlich bildeten sie eine kleine Minorität, aber dies gilt auch von den anständigen Gefangenen.“ (Certainly they constituted a small minority, but so did the decent prisoners, S. 242.) Dazu ist i