You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das vorliegende Buch ist als Einführung in die Psychopathologie für Psychologiestudenten bestimmt. Es baut daher weit mehr auf den vertrauten Ergebnissen der Allgemeinen Psychologie (vor allem der Lerntheorien) und denen der Biologie (Physiologie und Genetik) auf. Der Autor ist Professor für Psychologie an der Universität von Wisconsin, in Madison, wo auch Harlow tätig ist. Harlow, welchen der Autor als helfenden Berater im Vorwort nennt, ist bekannt durch seine sozialen Frustrationsversuche an neugeborenen Rhesus-Affen. Diese in sehenswertem Filmmaterial dokumentierten Versuche sollten damals eigentlich instinkttheoretische Hypothesen beweisen, ergaben aber wider die Absicht des Experimentators einen weitgehenden Beleg für die Untersuchungen und Thesen von R. Spitz. Diese Abschweifung war notwendig, um das wissenschaftliche Klima, aus welchem dieses Buch stammt, zu skizzieren. Es ist die anti-klinische und rein experimentelle Haltung so mancher amerikanischer Psychologen und Psychopathologen. Dieses Phänomen ist wohl u. a. auch soziologisch zu erklären, nämlich durch die jahrzehntelange, nicht immer durch Erfolge gerechtfertigte Dominanz so vieler amerikanischer Psychiater. Der Autor schreibt selbst einleitend, er bringe in diesem Buche auch kurze Falldarstellungen, hingegen in aller Ausführlichkeit Berichte von Experimenten (denn letztlich seien doch diese nur beweisend und damit auch für die Klinik fruchtbar). So wird denn auch die dynamische (analytisch orientierte) und die deskriptive Psychiatrie negiert. Wenn wir nun auch diese Betrachtungsweise nicht teilen, so meinen wir doch, daß die Lektüre dieses Buches der Information halber sehr empfehlenswert sei, denn Elfenbeintürme sind nirgends in der Wissenschaft fruchtbar, so auch nicht für den Analytiker.
Die Prinzipien der Psychopathologie werden in 16 Kapiteln dargestellt. Die ersten 4 Kapitel behandeln den Gegenstand der Psychopathologie und die psychologischen und biologischen Konzepte. Dann werden in einem Ka