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Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit einigen in der heutigen psychoanalytischen Literatur enthaltenen Strömungen und bringt verschiedene nosologische und technische Schlußfolgerungen, die sich hieraus und aus der Sicht klinischer Erfahrung ergeben. Abschließend wird der Versuch unternommen, die Diskussion auf die schöpferische Imagination auszudehnen.
Den Realitätsaufbau beim Kind hat Piaget (1937) vom ursprünglichen sensomotorischen Egozentrismus an verfolgt. Zuerst existieren Objekte, Raum, Zeit und Kausalität für das Kind nicht, sondern nur seine eigenen Aktionen. Langsam baut es sich durch Realitätsprüfung mit Hilfe motorischer Aktivität seine Welt auf. Was in der Außenwelt durch motorische Aktivität verändert werden kann, ist real.
Die Psychoanalyse bezeichnet die ursprüngliche Einheit zwischen Kind und Mutter als primären Narzißmus. Aufgabe der Psychoanalyse ist es, dem Patienten zur Differenzierung zu verhelfen mittels einer Technik, die sich der Verschmelzung widersetzt und Trennung auferlegt (Tarachow, 1964); ist doch die erste Realitätsanforderung in der frühen Entwicklung die Trennung der Mutter vom Körper-Ich. Die infantile symbiotische Psychose ist durch das Mißlingen dieses Schritts gekennzeichnet (Mahler, 1952). Das Kopfschlagen und Sich-Selbst-Beißen autistischer Kinder kann pathologische Versuche darstellen, die Wahrnehmung des Körper-Selbsts zu schärfen und die Besetzung der Grenzen zu verstärken (A. Freud, 1954; Greenacre, 1953). Genauso kann man die Hauptsymptome der Schizophrenie als einen Versuch zur Restitution des Selbstgefühls betrachten, wobei die einmaligen Eigenschaften des Individuums in bizarrer Weise betont werden (Bak, 1958). In der Annahme, daß die libidinöse Besetzung der Körpergrenzen die wesentliche Bedingung der Realitätserfahrung ist, sind Versuche zur Schizophreniebehandlung unternommen worden, bei denen eine Raum- und Zeitstruktur auferlegt wurde, um die Fluidität der Ich-Grenzen zu reduzieren (Des Lauriers, 1962). Man hofft,