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Das genetische Verfahren der Psychoanalyse ist bekanntlich oft mit der Methode des Historikers verglichen worden. Von Ausnahmen abgesehen, ist jedoch in den Diskussionen über die psychoanalytische Verfahrenslehre kaum jemals auf Arbeiten zur geschichtswissenschaftlichen Methodik Bezug genommen worden. So wurden z. B. auf amerikanischen Symposien über Validierung die Grenzen des naturwissenschaftlichen Aspekts der Psychoanalyse zwar von mehreren Rednern hervorgehoben, aber keiner sprach von etwaigen Vorteilen, die von vergleichenden Untersuchungen zwischen Psychoanalyse und Geschichtswissenschaft zu erwarten wären.
Gedanken über die Beziehung der beiden Methoden zueinander finden sich bei Hartmann (1927). Er hält Diltheys Unterscheidung zwischen Verstehen und Erklären für wertvoll und betont, daß „viele verstehbare Zusammenhänge tatsächlich Kausal Verknüpfungen“ seien. 1959 schloß er, daß der Psychoanalytiker zwar die „Lebensgeschichte“ des Patienten studiere, es wäre aber „ein Irrtum, die Psychoanalyse wegen dieses Aspekts als eine geschichtliche Disziplin zu bezeichnen“. Die Beschäftigung mit Fragen der Entwicklung ändere nichts an der Tatsache, daß „das Ziel dieser Forschungsarbeit darin besteht, gesetzesähnliche Hypothesen aufzustellen“. Auf dem 24. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß erklärte Hartmann, der geschichtliche Aspekt der Methode sei übermäßig betont worden.
Die Philosophie mit ihrem berufsmäßig verfeinerten Sinn für Unterschiede in den einzelnen Gattungen von Erklärungen bewertete die historische Methode in der Psychoanalyse gelegentlich höher. So meinte Flew (1956), die Grundbegriffe der Psychoanalyse seien „eben die Erklärungen, die ein vernünftig Handelnder für sein Verhalten hat…“ Dies mache die Psychoanalyse „zu einem eigentümlich vernünftigen Unternehmen, jedoch so, daß diese Vernünftigkeit durchaus im Einklang mit der anderen Behauptung steht, die Methoden der Psychoanalyse seien unwissenschaftlich; es wäre verfehlt…, diese Ideen auf logi