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Eigentlich lohnend ist nur der erste Aufsatz dieser Sammlung von Vorträgen, die auf Veranstaltungen der Universitätswoche der Volkshochschule der Stadt Nürnberg 1966 zurückgehen; das ist der Artikel von W. Schwarzenauer über „Erotische Ideale und sexuelle Verhaltensweisen“. Darin werden Umfrageergebnisse (repräsentative Samples für die BRD) aus einer früheren Studie über Verhalten in der Intimsphäre (von L. v. Friedeburg herausgegeben) mit einer neueren follow-up
Studie verglichen. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Gemessen an den erotischen „Idealen“ des Bundesgerichtshofs („Der Sinn und die Folge des Verkehrs ist das Kind“) und der Illustriertenweit (Schwarzenauer: „die teilweise auf die literarische Tradition—das romantische Liebes- und Ehe-Ideal zurückgehen“) orientiert sich die westdeutsche Bevölkerung offensichtlich wieder mehr im Sinne des Bundesgerichtshofs. So besteht ein leichter Trend, die Ehe noch mehr zu bejahen (Männer mehr als Frauen) und dabei außerehelichen und vorehelichen Geschlechtsverkehr abzulehnen. Gaben 1949 von den 20-29jährigen 83% voreheliche Beziehungen zu, so waren es 1963 in der gleichen Altersgruppe nur noch 76%. Bei der Frage nach ehelicher Untreue gaben die gleichen Altersgruppen 1949 12% außerehelichen Verkehr zu oder gar keine Antwort auf diese Frage, 1963 nur 5%. Eheliche Untreue verteilt sich insgesamt auf alle Jahrgänge (von 20- bis über 65jähr.) unterschiedlich auf Männer und Frauen. 1949: 23% Männer, 10% Frauen, 1963: 17% der Männer, 3% der Frauen. Schwarzenauer bringt diese Daten in Verbindung mit den amtlichen Zahlen über sinkende Ehescheidungsquoten seit 1948 und sinkende Geburtsraten für uneheliche Kinder seit 1946 und schließt daraus, daß „die Kraft und Wirksamkeit der sexuellen Normen“—offenbar der herkömmlichen Normen—wieder im Erstarken ist und ein „beginnendes Chaos“ durch eine stärkere „Erotisierung“ immer weitere Bereiche des modernen Lebens nicht zu befürchten ist.
Dieser Schluß ist nach den beschränkten Prämissen